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| In einem wunderbaren Garten da lebte vor langer Zeit ein wunderschöner,
farbenprächtiger Feuervogel. Er gehörte Alima, der Tochter eines
Prinzen und somit war sie eine Prinzessin. Alima war die schönste
der 3 Töchter des Königs und der Feuervogel war ein Geschenk
ihres Vaters zum Neujahrsfest gewesen.
Jeden Tag ging Alima in den Garten, um nach Benu zu sehen. Meist setzte sie sich zu ihm, ganz nahe an den Rand des Käfigs und sang ihm ein schönes Lied vor: „Mein Feuervogel, lulalu,
Eines Tages fragte die Prinzessin ihren Vogelfreund:“ Sag, Benu, gefällt
es dir hier bei mir?“
Und so ging es, jahrein jahraus .. jeden Morgen kam die Prinzessin in den Garten und es entstand eine grosse Liebe zwischen Benu und Alima. Und trotzdem .. Benu war einsam. An manchen Abenden sah er die Sonne hinter dem Horizont versinken, golden, orange, rot .. und er dachte bei sich: „Wo geht sie wohl hin, die grosse runde Scheibe, ach, wenn sie mich doch nur mitnehmen würde“. Benu wurde immer trauriger, je länger er im Garten der Prinzessin lebte. Es mangelte ihm an nichts. Nicht an Speisen, nicht an Gesellschaft, nicht an Aufmerksamkeit und nicht an Liebe. Aber Benu wurde von einer grossen Sehnsucht ergriffen .. und immer wenn die Sonne hinter den sanften, grünen Hügeln vor dem Palast versank seufzte er und dachte: „Ach, wenn ich doch mit der Sonne ziehen könnte, mein Leben wäre erfüllt und ich könnte in Frieden sterben. Die Prinzessin merkte wohl, dass Benus Federkleid nicht mehr so glänzte wie früher, nicht mehr so leuchtende Farben hatte, dass er traurige Augen hatte und auch nicht mehr recht essen wollte. Sie sorgte sich, da sie ihn sehr liebte. Eines Morgens, als sie mit ihren Schwestern in den Garten kam, hielt sie es nicht mehr länger aus und fragte Benu direkt: „Benu, wenn ich etwas für dich tun kann, etwas, dass dich glücklich macht, dann sag es mir“. „Liebe Prinzessin Alima, ich weiss nicht, was es ist, seit ich geboren wurde bin ich hier, in diesem Käfig, mir mangelt es an nichts .. ich habe alles und noch mehr .. und doch, ich werde jeden Abend von einem Fernweh ergriffen, ich kann es nicht in Worte fassen .. und ich kann beim besten Willen nicht sagen, was es ist, das mir fehlt.“ Die Prinzessin war sehr traurig, wusste sie doch um den Kummer des Vogels. Und in dieser Nacht geschah es, dass sie sich heimlich in den Garten schlich um den Käfig von Benu zu öffnen. Natürlich hoffte sie, er würde dennoch bleiben, aber am nächsten Morgen war der Käfig leer, Benu war weg. So sass Alima den ganzen Tag beim Käfig und war sehr traurig aber irgendwie auch glücklich, denn sie hatte wohl bemerkt was dem Feuervogel gefehlt hatte, auch wenn er es selber nicht gewusst hat. Es war die Freiheit. Da er sie nie gekannt hatte, konnte er sie auch nicht beim Namen nennen, da er nie ausserhalb des Käfigs geweilt hatte, wusste er nichts von der schönen Welt um ihn herum, von all den herrlichen Möglichkeiten und der Pracht, die die Welt zu bieten hat. Benu kam nie wieder zum Palast zurück und auch nicht zu Alima. Aber jeden Abend, wenn die Sonne im Westen hinter den Hügeln das blau des Himmels in rosatöne verwandelte, dann sah sie ihn fliegen. Benu flog mit der Sonne, solange bis diese hinter dem Horizont verschwand. Mit freundlicher Erlaubnis der Autorin |

