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Osterkalender
- Der Osterhase
Es ist das Osterfest
alljährlich für den Hasen recht beschwerlich (Wilhelm Busch)
Osterhase und Ostereiersuchen
Da sich Hasen im Frühjahr stark vermehren,
paßten sie gut zu den Eiern, deren Zahl zu dieser Zeit so auffällig
stieg. So war bald ausgemacht, daß Hasen Eier legen, und zwar nicht
vor die Haustür, sondern mitten in die Natur. Fortan versteckte man
die Ostereier unter Büschen und Bäumen und ließ die Kinder
danach suchen. Und so geht man noch heute auf Ostereiersuche. Eine andere
Version besagt, daß die Verbindung vom Ei mit dem Hasen durch das
Osterbrot gekommen ist. Dem Brot, in das ein Ei eingebacken wurde, wurde
zusätzlich ein Hasenbild aufgeprägt. So entstand die Vorstellung
vom eierlegenden Hasen
Verspeist wurden dann nicht nur die gefundenen
Eier, sondern auch ihre vermeintlichen Überbringer. Frauen erhofften
sich vom Hasenbraten Schönheit und Mutterfreuden, Männer größere
Zeugungskraft.
Wie das Ei, so gilt auch der Hase gilt als
Symbol der Fruchtbarkeit.
Übrigens ist es nicht immer der Hase,
der die Eier (angeblich) bringt: rüher galten auch der Kuckuck (Schweiz),
der Fuchs (Westfalen/Hessen) oder der Hahn (Thüringen) als Ostereierlieferant.

Es gibt sogar eine Rose namens "Osterhase"
-
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Der Hase und der Igel - ein Märchen der
Gebrüder Grimm
Diese Geschichte ist eigentlich gelogen, Kinder,
aber wahr ist sie doch, denn mein Großvater, von dem ich sie habe,
pflegte immer, wenn er sie erzählte, zu sagen:
"Wahr muß sie sein, mein Sohn, sonst
könnte man sie ja nicht erzählen."
Die Geschichte aber hat sich so zugetragen.
Es war an einem Sonntagmorgen im Herbst, gerade
als der Buchweizen blühte; die Sonne war am Himmel aufgegangen, und
der Wind strich warm über die Stoppeln, die Lerchen sangen hoch in
der Luft, und die Bienen summten im Buchweizen. Die Leute gingen in ihrem
Sonntagsstaat zur Kirche, und alle Geschöpfe waren vergnügt,
auch der Igel.
Er stand vor seiner Tür, hatte die Arme
verschränkt, er guckte in den Morgenwind hinaus und trällerte
ein kleines Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht wie am Sonntagmorgen
ein Igel eben zu singen pflegt.
Während er nun so vor sich hinsang, fiel
ihm plötzlich ein, er könnte doch, während seine Frau die
Kinder wusch und ankleidete, ein bißchen im Feld spazierengehen und
nachsehen, wie die Steckrüben standen. Die Steckrüben waren ganz
nah bei seinem Haus, und er pflegte sie mit seiner Familie zu essen, darum
sah er sie auch als die seinigen an.
Gedacht, getan.
Er schloß die Haustür hinter sich
und schlug den Weg zum Feld ein. Er war noch nicht sehr weit und wollte
gerade um den Schlehenbusch herum, der vor dem Feld stand, als er den Hasen
erblickte, der in ähnlichen Geschäften ausgegangen war, nämlich
um seinen Kohl zu besehen. Als der Igel den Hasen sah, wünschte er
ihm freundlich einen guten Morgen. Der Hase aber, der auf seine Weise ein
vornehmer Herr war und grausam hochfahrend noch dazu, antwortete gar nicht
auf des Igels Gruß, sondern sagte mit höhnischer Miene:
"Wie kommt es, daß du hier schon so
am frühen Morgen im Feld herumläufst?"
"Ich gehe spazieren", sagte der Igel.
"Spazieren?" lachte der Hase.
"Du könntest deine Beine schon zu besseren
Dingen gebrauchen."
Diese Antwort verdroß den Igel sehr.
Alles kann er vertragen, aber auf seine Beine läßt er nichts
kommen, gerade weil sie von Natur aus krumm sind.
"Du bildest dir wohl ein, du könntest
mit deinen Beinen mehr ausrichten?" sagte er.
"Das will ich meinen", sagte der Hase.
"Nun, das kommt auf einen Versuch an", meinte
der Igel.
"Ich wette, wenn wir um die Wette laufen,
ich lauf schneller als du."
"Du - mit deinen krummen Beinen?" sagte der
Hase.
"Das ist ja zum Lachen. Aber wenn du so große
Lust hast - was gilt die Wette?"
"Einen Golddukaten und eine Flasche Branntwein",
sagte der Igel.
"Angenommen", sagte der Hase, "schlag ein,
und dann kann es gleich losgehen."
"Nein, so große Eile hat es nicht", meinte
der Igel, "ich hab' noch gar nichts gegessen; erst will ich nach Hause
gehen und ein bißchen was frühstücken. In einer Stunde
bin ich wieder hier."
Damit ging er, und der Hase war es zufrieden.
Unterwegs aber dachte der Igel bei sich: "Der
Hase verläßt sich auf seine langen Beine, aber ich will ihn
schon kriegen. Er ist zwar ein vornehmer Herr, aber doch ein dummer Kerl,
und das soll er bezahlen."
Als er nun nach Hause kam, sagte er zu seiner
Frau:
"Frau, zieh dich rasch an, du mußt mit
mir ins Feld hinaus."
"Was gibt es denn?" fragte die Frau.
"Ich habe mit dem Hasen um einen Golddukaten
und eine Flasche Branntwein gewettet, daß ich mit ihm um die Wette
laufen will. Und da sollst du dabei sein."
"O mein Gott, Mann", begann die Frau loszuschreien,
"hast du denn ganz den Verstand verloren? Wie willst du mit dem Hasen um
die Wette laufen?"
"Halt das Maul, Weib", sagte der Igel, "das
ist meine Sache. Misch dich nicht in Männergeschäfte! Marsch,
zieh dich an und komm mit!"
Was sollte also die Frau des Igels tun? Sie
mußte gehorchen, ob sie wollte oder nicht.
Als sie miteinander unterwegs waren, sprach
der Igel zu seiner Frau:
"Nun paß auf, was ich dir sage. Dort
auf dem langen Acker will ich unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft
in einer Furche, und ich in der anderen, und dort oben fangen wir an.
Du hast nun weiter nichts zu tun, als daß
du dich hier unten in die Furche stellst, und wenn der Hase in seiner Furche
daherkommt, so rufst du ihm entgegen: "Ich bin schon da!"
So kamen sie zu dem Acker, der Igel wies seiner
Frau ihren Platz an und ging den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der
Hase schon da. "Kann es losgehen?" fragte er.
"Jawohl", erwiderte der Igel.
"Dann nur zu." Damit stellte sich jeder in
seine Furche.
Der Hase zählte: "Eins, zwei, drei",
und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter.
Der Igel aber lief nur etwa drei Schritte,
dann duckte er sich in die Furche hinein und blieb ruhig sitzen. Und als
der Hase im vollen Lauf am Ziel unten am Acker ankam, rief ihm die Frau
des Igels entgegen: "Ich bin schon da!"
Der Hase war nicht wenig erstaunt, glaubte
er doch nichts anderes, als daß er den Igel selbst vor sich hatte.
Bekanntlich sieht die Frau Igel genauso aus wie ihr Mann.
"Das geht nicht mit rechten Dingen zu", rief
er. "Noch einmal gelaufen, in die andere Richtung!" Und fort ging es wieder
wie der Sturmwind, daß ihm die Ohren am Kopf flogen.
Die Frau des Igels aber blieb ruhig an ihrem
Platz sitzen, und als der Hase oben ankam,
rief ihm der Herr Igel entgegen: "Ich bin
schon da!"
Der Hase war ganz außer sich vor Ärger
und schrie: "Noch einmal gelaufen, noch einmal herum!"
"Meinetwegen", gab der Igel zurück. "Sooft
du Lust hast."
So lief der Hase dreiundsiebzigmal, und der
Igel hielt immer mit.
Und jedesmal, wenn der Hase oben oder unten
am Ziel ankam,
sagten der Igel oder seine Frau: "Ich bin
schon da."
Beim vierundsiebzigsten Male aber kam der Hase
nicht mehr ans Ziel.
Mitten auf dem Acker fiel er zu Boden, das
Blut floß ihm aus der Nase, und er blieb tot liegen.
Der Igel aber nahm seinen gewonnenen Golddukaten
und die Flasche Branntwein, rief seine Frau von ihrem Platz am Ende der
Furche, und vergnügt gingen beide nach Hause.
Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie
heute noch.
So geschah es, daß auf der Buxtehuder
Heide der Igel den Hasen zu Tode gelaufen hatte, und seit jener Zeit hat
kein Hase mehr gewagt, mit dem Buxtehuder Igel um die Wette zu laufen.
Die Lehre aus dieser Geschichte aber ist erstens,
daß sich keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm dünkt,
einfallen lassen soll, sich über einen kleinen Mann lustig zu machen,
und wäre es auch nur ein Igel.
Und zweitens, daß es gut ist, wenn einer
heiratet, daß er sich eine Frau von seinem Stand nimmt, die geradeso
aussieht wie er.
Wer also ein Igel ist, der muß darauf
sehen, daß auch seine Frau ein Igel ist.
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Aktualisiert am 20.07.2010
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