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Osterkalender
- Palmsonntag
Palmensonntag, Palmtag, Palmostern, Palmostertag, Plumostertag
Palmsonntag (lateinisch dies florum, dies palmarum)
wird auch der "Blumensonntag", "Blumostertag", "Blumostern", "dies
florum et ramorum" genannt.
Im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem,
wo Palmzweige auf dem Weg dorthin lagen, werden heute noch in den Kirchen
"Palmzweige" geweiht.
Viele Märtyrerinnen tragen übrigens
als Attribut einen Palmzweig, der auf ihr Martyrium hinweist. Er steht
symbolisch für die Prophezeiung der christlichen Auferstehung und
den Sieg über den Tod. Die Palme, die immer aufrecht und gerade wächst
und immergrün ist, ist seit langer Zeit ein Gottes- und Lebensbaum.
Da in Deutschland ja keine echten Palmen zur
Verfügung stehen und der Palmsonntag am Beginn des Frühjahres
liegt, hat sich der Brauch eingebürgert, die Zweige der ersten frühlingshaften
Regung der Natur als Palmenersatz zu verwenden. So verwendet man stattdessen
Buchsbaum, Wacholder,
Hasel-
u. Salweide ("Palmkätzchen"),
Thuja, Tannengrün, Stechpalme (auch Palmdistel genannt) oder Seidelbast
(Daphne). Es sind alles Pflanzen, die nach altem Glauben schon seit der Antike vor
allem Bösen und Schädlichen bewahren sollen; deshalb werden sie
nach dem Gottesdienst wieder mit nach Hause genommen, damit sie dort das
Unglück vom Haus fernhalten.
In manchen Gegenden verwendet man als "richtigen"
Palmbusch immer dreierlei vom Gleichen: drei Buchszweige, drei blühende
Palmkätzchen, drei Stechpalmenzweige, drei lange, blühende
Haselruten, drei Zweige Immergrün, drei Wacholderzweige, drei Eichenzweige
mit dem roten Laub vom Vorjahr.
Die einfachsten "Palmstecken", "Palmwischen",
"Palmwedel" bestehen aus einem Stab, an dessen Spitze ein Zweig der traditionellen
Pflanzen, vielleicht geschmückt mit einem bunten, ausgeblasenem Ei,
bunten Papierbändern oder auch ein rotbackiger Apfel gebunden werden.
Der alte Brauch des Reisigschneidens, das für
das Osterfeuer verwendet wird, ist auch heute vielerorts wieder lebendig.
Früher jedoch wurde das Reisig auch noch zum Zweck des Besenbindens
geschnitten.
In Finnland schlägt man Freunde und Bekannte
am Palmsonntag leicht mit der Birkenrute. Das soll Glück bringen.
Mit dem Palmsonntag beginnt
die Karwoche, die mit dem Karsamstag endet. Die Karwoche umfasst
die "stillen Tage" Montag bis Mittwoch und die eigentlichen "Kartage"
Gründonnerstag,
Karfreitag und Karsamstag
(Ostersamstag).
"Kar" leitet sich vom mittelalterlichen Wort
Wehklage, Sorge ab, das sich noch in dem englischen "care" findet. Die
Vorsilbe "Kar" für den Montag, den Dienstag und Mittwoch hat sich
nicht durchgesetzt.
Buchtipp:
Wiedemann, Gabriele u. Benno
Osterpalmen
22 S. Frech 2003
Bunte Eier zu Kronen gebunden, mit grünem
Buchs verziert: Osterpalmen haben eine lange Tradition!
Bauernregeln
zum Palmsonntag
Ist der Palmsonntag ein heiterer Tag,
für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag.
Wenn's den Buben auf die Palmbesen schneit,
so regnet's an Ostern der Jungfrau auf die Kränze.
Kommen am Palmtage die Palmen trocken nach
Haus, so kommen die Garben trocken in die Scheuer.
Christian
Morgenstern Die Weidenkätzchen
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
Wollen´s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Musst dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blüh´n von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen lässt.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt. |
Linktipps:
Palmsonntagsprozession
in Lunz am See (Österreich um 1920, Quicktime-Video)
Palmen
für Garten und Haus
Geschenktipps:
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Aktualisiert am 20.07.2010
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