Von der Natur her gesehen, gibt es kein Unkraut
und doch ist „Unkraut“ eines der Hauptprobleme im Garten. Was heisst überhaupt: Unkraut? Das Wort
ist eine vom Menschen geschaffene Definition. Sogar der Begriff ist umstritten
- in den 80ern, als die Umweltbewegung ihren Höhepunkt erreichte,
sollte es durch "Ackerwildkraut" ersetzt werden. Doch sowohl "Ackerkraut"
als auch "Wildkraut" sind problematische Begriffe - daher sprechen ökologisch
denkende Menschen vom "Beikraut" oder "Kulturpflanzenbegleiter".... Jedenfalls ist damit die vom Menschen als
störend empfundene Pflanze gemeint... den einen stört sie mehr,
den anderen weniger. Jede Pflanze kann nützlich oder schädlich
sein; sie wird dann zum Unkraut, wenn sie mit anderen Pflanze in Konkurrenz
um Wachstumsfaktoren tritt (z.B. Nährstoffe, Licht, Wasser), so z.
B. wenn die Nutzpflanze nicht den erwünschten Ertrag bringt oder die
Zierpflanze den ästhetischen Aspekt im Ziergarten stört. Wildkräuer - natürliche Arten, nicht
züchterisch bearbeitet, sind der Tierwelt sehr nützlich ("weniger
Unkraut, weniger Schmetterlinge"), manche haben sogar eine gute Eigenschaft:
als sogenannte "Zeigerpflanzen“
(dann geben sie Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit). Man unterscheidet zwischen einjährigen
und mehrjährigen Unkräutern (die meist schwerer auszurotten sind)
oder in Samen- und Wurzelunkräuter. Samenunkräuter wie die Vogelmiere
bilden ein flaches Wurzelwerk und sind relativ harmlos, im Gegensatz zu
den Wurzelunkräutern (Giersch, Quecke!) die den Gärtner viel
Arbeit und Geduld kosten. Würde man nicht aber auch oft - unvoreingenommen
die Schönheit ihrer Blüten betrachtend - bei vielen Pflanzen
an eine attraktive Rabattenpflanze denken, wüsste man nicht, dass
es ein "Unkraut" ist? Schauen Sie sich doch einmal eine Blüte vom
Löwenzahn
an! Und wie viele "Unkräuter" sind wirksame
Heilpflanzen
bzw.
leckere Küchenkräuter? Also
sind viele Unkräuter Pflanzen, deren Zweck und Nutzen wir noch nicht
erkannt haben!
Betonieren Sie Ihren GARTEN und Sie haben keine ÄRGER mehr mit dem UNKRAUT! Werbespruch auf einer Anzeigentafel der
Firma Beton-Betoneisen - Betonmaschinen Helmut
Tschick1972, gesehen in Österreich )
Das Unkrautjäten füllt
meine Tage aus... Man kniet am Boden und vollzieht das Rupfen, wie man
einen Kult zelebriert, nur des Kultes wegen, der sich ewig erneuert, denn
wenn drei, vier Beete sauber sind, ist das erste schon wieder grün. (Hermann Hesse)
Schöne Blumen
wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig. (Shakespeare)
Pummerer erhob Unkräuter
wie Männertreu, Tausendschön, Frauenmantel und Osterluzei, Unkräuter also, die nach Klang und Laut, weit schöner als das eigentliche Kraut, als Weiss- u. Blaukraut oder Wirsingkohl, als Kappes, Kohlrabi und Karfiol, Auch lustige Ackerpfennig und Kleppertopf, erhob also einfach diese Unkräuter zum
Kraut. Und hat sie in seinem Garten angebaut (Ein Zeichen, wie Pummerer auf Sprache vertraut) (Otto Kuehner)
Unkraut ist alles, was
nach dem Jäten wieder wächst (Mark Twain)
Und wenn ich mich drangebe,
kapriziere ich mich darauf, dass keine Unkrautpflanze stehenbleibt. Doch wenn man wieder hinkommt, denkt man: Donnerwetter, nun hast du doch eins übersehen. (Wilhelm Busch)
Es ist der grenzenlose Hochmut des Menschen, lles als Unkraut zu bezeichnen, was ihm nichts
nützt. (Jean Rostand)