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"Sand im Grammophon" nennt er unschöne Farbzusammenstellungen: Früher gab's Grammaphonmusik nur mit Nebentönen, etwa als man Sandgeriesel oder Wasserfall mit Musikbegleitung hörte. ...Wie befreien wir unsere Farbengeräte grundsätzlicher und vorbeugender von unreinen Klängen? ...Immer wieder hört man von sonst furchtbar netten Leuten den komischen alten Unsinn ausgesprochen, daß man draussen im Garten schließlich alles an Blumenfarben ungestraft zusammen bringen könnte. Die Wirkung in der Natur wäre doch schön. Es ist dies ebensowenig der Fall, wie etwa draußen im Freien ein verstimmtes Klavier schön klingt, weil es mit Fäusten bearbeitet wird.... Blau ist ein Herrscher der Gärten. Diese Farbe in ihren Gipfelschönheiten
macht gartenfroher als andere Farben. Sie behaupten ihre Heiterkeit gegen
Regen und Gewölk, wirkt fast durstlöschend an Hitzetagen, an
denen wir so empfindlich gegen müde Farben sind und oft nur Blau lieben,
so wie man bei Hitze oft nicht essen, sondern nur noch trinken mag....
Die Nachbarschaft weißer Farben steigert die Fernwirkung der
blauen außerordentlich.
Pflanze nach "Dreiklängen der Farben": Erst der Dreiklang bringt das Auge zur Ruhe... Eine Farbe pflanzen ohne raffinierten Bezug auf eine andere, heißt ihr Bestes verlieren. Man sollte für alle Blütenpflanzen im Garten kontrapunktische Listen aufstellen unter dem Titel: "AlsVermählte empfehlen sich". Ferner Westen und Osten der Welt sind die Fundstätten des Gartengolds. Unser neuestes Gartenzeitalter, das dem reichen Blau sein höchstes Gartenrecht erobert, führt auch die gelbe, braun- und rotgoldene Farbe zu den Höhen ihrer Gartenrolle. Das Massenblühen in diesen Farbtönen kommt aus dem Indianer- und Aztekenland, aber auch aus China und Japan rückt ein mächtiger Helfer heran. Vor zweihundert Jahren reisten die ersten Sonnenblumen nach Europa, vor hundert Jahren die ersten Chrysanthemen. Erster Höhepunkt des großen gelben Blühens liegt im August; die goldene Hauptwelle trifft mit der üblichen grauen Wetterwelle Mitte August zusammen, eine Wohltat der Sonnigmachung und Erwärmung des Gartens um diese Zeit. (...)Wie kann man hier Farben terrassieren, ohne den Boden zu terrassieren, wenn man etwa über Zwerggoldruten halbhohe, samtbraune Helenium aufsteigen lässt, über denen Fallschirmrudbeckien mit Riesensonnenblumen aufragen. Diese moderne Raummusik aus gestuften Farbengestalten wiederholt sich ähnlich, wenn auch nicht in explosiver Üppigkeit, im August-Oktoberreiche der mannshohen Buschastern bis herab zu den niedrigen Europaastern. (...) Welche Fernleuchtkraft liegt im Gelb! Gartenpartien treten in neuen Verkehr mit grünblauen, silbergrauen Landschaftshintergründen und verschmelzen Garten und Landschaft zu neuen malerischen Einheiten; die neue Mächtigkeit des Flors bildet neue Bindeglieder zwischen Gärten und den benachbarten landschaftlichen und atmosphärischen Schönheiten. Weitere Karl Foerster Zitate
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