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Altmann | Benary | Besler Karl Foerster
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Im Garten am Stern sind viele seiner Gedichte
entstanden - so "An den Mond", "Abendlied". Auch viele andere Werke des
Dichters wurden in seinen Gärten geboren, ehe sie in seinem berühmten
Arbeitszimmer am Frauenplan ihre fertige Gestalt erhielten.
Wenn Goethe Einsamkeit und Ruhe brauchte, die ihm das große Haus am Frauenplan mit seinen Bewohnern, Besuchern und der lauten Nachbarschaft nicht bieten konnte, fand er sie in seinem Garten am Stern, in seinem Tagebuch auch „alter Garten, unterer oder untern Garten","am Stern" oder "Sterngarten" genannt. Der Name kommt von der sternförmigen Anlage der Wege in diesem Wiesengelände. Dort konnte er fern von Etikette, Klatsch und Trubel am Hofe tun und lassen, was er wollte, in Ruhe arbeiten. "Die Ruhe hierhaussen ist unendlich..." In seinen "Wahlverwandschaften" z. B. geht es um das Thema des historischen
Wandels und dies wird vor allem am Wechsel der Landschaft vom barocken
Schloßgarten zum neuen organisch gestalteten Landschaftspark
dargestellt, wobei er letzteren richtiggehend verherrlicht.
Am 12.Juli 1788 reichte dem Dichter im Ilmenauer Park Christiane
Vulpius (1765 bis 1816), Arbeiterin in einer Manufaktur für
künstliche Blumen, eine Bittschrift für ihren Bruder. Jahre später
(1813) erinnert er sich an diese erste Begegnung in seinem Gedicht: "Gefunden".
Der in Liebe zu der jungen Frau entflammte Goethe machte das Gartenhaus
zu einem geheimen Treffpunkt. Christiane gebar ihm fünf Kinder, wovon
nur der Erstgeborene August (1789-1830) am Leben blieb.
Am 18. Oktober 1814 traf der Dichter im Willemerhäuschen, dem Sachsenhäuser Gartenhäuschen des Frankfurter Bankiers Johann Jakob Willemer mit dessen Tochter Marianne Willemer zusammen, um dort den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig zu feiern. Sie inspirierte ihn zu einem seiner schönsten Liebesgedichte: Gingko biloba. Marianne wurde seine Suleika. Sie war dem Dichter mehr als nur inspirierende Muse. Einige der Gedichte aus dem "Buch Suleika", darunter die Lieder an den Ostwind und den Westwind, die zu den schönsten der deutschen Liebeslyrik gehören, stammen von Marianne selbst. Goethe hatte sie stillschweigend in die Sammlung übernommen; erst nach dem Tod Mariannes wurde das Geheimnis "verraten". Das Gartenhäuschen wurde nach dem 2. Weltkrieg rekonstriert und zum 150. Jahrestag der Begegnung Goethes mit Marianne am 18. Oktober 1964 wiedereröffnet. Die heutige Idylle des gepflegten Rokokogärtchens läßt jedoch nur ahnen, daß hier zu Goethes Zeiten ein grünes Paradies war. Inmitten von Weinbergen wurde das achteckige, verschieferte Türmchen einst erbaut, wahrscheinlich als Ausguck für die Weinbergwächter. (Quelle: Suleika und der Dichterfürst) |
