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Karl der Große (Karl I, 742 - 814) lat. Carolus Magnus, frz. "Charlemagne") BiografieEr heiratete fünf Mal, hatte außerdem einige Nebenfrauen, hatte 18 Kinder. Kunst, Literatur und Architektur erfuhren während seiner Herrschaft einen ungemeinen Aufschwung. Etliche Klöster u. a. in St. Gallen (heute Schweiz) und auf der Insel Reichenau (Bodensee) wurden neu gegründet, zu Abteien erhoben oder erfuhren eine erhebliche Steigerung ihrer Bedeutung. Sein Sohn Ludwig der Fromme war der einzige legitime Erbe, der seinen Vater überlebte. Im Vertrag von Verdun 843 wurde das Reich unter den drei Enkeln Karls, den Söhnen Ludwig des Frommen aufgeteilt. Karl der Kahle erhielt den westlichen Teil des Reiches von den Pyrenäen bis zum Fluss Schelde im heutigen Belgien. Ludwig dem Deutschen wurde der östliche Teil von Schleswig-Holstein bis Bayern zugesprochen. Lothar wurde Herrscher über das dazwischen liegende Gebiet von den Niederlanden und Belgien über Teile des heutigen Ostfrankreich bis zur Schweiz und Mittelitalien. Die Stadt Aachen stiftete 1949 in Anerkennung seiner Verdienste den internationalen Karlspreis, der jährlich vergeben wird. Damit werden Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben - 1954 z. B. Konrad Adenauer. Kapitularien sind, wie der Name sagt, in Kapitel gegliederte Erlasse und Verordnungen von gesetzgeberischem, administrativem oder religiösem Charakter der fränkischen Könige. Karl der Große erließ eines der bekanntesten, das "Capitulare de villis et curtis imperialibus"), kurz auch "Landgüterverordnung". Karl reiste oft mit großem Gefolge durch sein Reich und wollte dort an den jeweiligen Aufenthaltsorten die Versorgung gesichert wissen. Die Landgüterverordnung, die aber auch die Situation seiner Untertanen verbessern sollte, enthält Vorschriften für die Land-, Forstwirtschaft, den Weinbau, die Pferde-, Hundezucht, Viehhaltung, Vorratswirtschaft, Ausstattung der Hofgüter mit Gerätschaften und zur Förderung der handwerklichen Berufe. Hier ist bis ins kleinste festgelegt, was auf den Höfen, in den Dörfern und Klostergärten gepflanzt, gegessen und als Vorrat genommen werden sollte: "Und der Gärtner soll auf seinem Hause haben" (Et ille hortulanus habeat super domum suam). "Ein Kaiser ernährt sein Volk" hieß es. Er lieferte mit dieser Verordnung zum ersten Mal eine genaue Übersicht dessen, was an Heil- Nahrungs- und Gewürzpflanzen zu dieser Zeit bekannt war. Die Landgüterverordnung war - vereinfacht gesagt - der Beginn der Klostermedizin und einer offiziellen Heilkräuterversorgung durch Klosterapotheken, aus denen die Bauerngärten, im 10. Jahrhundert die Burggärten, ab dem 12. Jahrhundert die Lust- oder Paradiesgärten des Mittelalters entstanden.
Nach den Römern unternahm Karl der Große auch erstmals den Versuch, neue, mit größtenteils landwirtschaftlichen Begriffen des Althochdeutschen, Monatsnamen einzuführen. Diese wurden bis ins 15. Jahrhundert und mit einigen Veränderungen auch noch bis ins 18. Jahrhundert und im heutigen Deutsch verwendet - mehr hier In Aachen gibt es zwei sogenannte Karlsgärten. Der Garten mit den Kräutern Karls des Großen am Rathaus zeigt eine Auswahl der Pflanzen aus der Landgüterverordnung. Im Internationalen Karlsjahr 2000 ist ein weiterer Karlsgarten an Gut Melaten hinter dem Uniklinikum entstanden.
Karl dem Großen sind die Rosen 'Charlemagne' und die Remontant-Rose 'Charlemagne'(Oger, 1863) gewidmet. LinktippsDie komplette Pflanzenliste des Capitulare de villisGrab im Aachener Dom BuchtippsCapitulare de Villis et Curtis Imperialibus. Verordnung über die Krongüter und Reichshöfe und die Geheimnisse des Kräutergartens Karls des Großen hrsg. v. Ernst W. Wies Karl der Grosse von Matthias Becher 127 S. Beck 2007 ![]() Empfehlen Sie uns per E-Mail weiter | zurück an den Anfang Kategorien Homepage Garten Literatur: Gartenbücher | Leselaube (Gedichte, Zitate) | Pflanzen | Gartenkalender | Gartenpersönlichkeiten | Gartenküche | Linktipps Besuchen Sie auch: Ausgewählte Bücher und Geschenke für Garten- und Literaturliebhaber Gartenforum | Garten- und Gartenreiseblog | Reisefotos | Kostenloser Grußkartenservice © Text und Design 1999-2012: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger URL: http://www.garten-literatur.de |