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| Der ostpreussische Schriftsteller Ernst Wiechert, geboren als Sohn eines Försters im Forsthaus Kleinort im heute zu Polen gehörenden südlichen Ostpreußen, zählt zu den Klassikern der deutschen Literatur in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. In den Jahren ihrer Erstveröffentlichung wurden einige seiner Bücher zu "Bestsellern", während heute - leider - die meisten Titel nur noch antiquarisch erhältlich sind. Dabei könnte Wiecherts Wunsch nach einer Einheit von Mensch und Natur, die in seinen Büchern durchklingt, vielleicht heute wieder aktuell sein... In "Wälder und Menschen" schildert er seine Jugend - Jagd-Erlebnisse, das Einssein mit der überwältigenden Natur, die in jeder Beere, jedem Farn den Jungen anstrahlt;die Freundschaft mit dem von ihm selbst aufgezogenen Kranich, den abenteuerlichen Fischzügen... Der Roman "Das einfache Leben" erzählt die Geschichte eines Mannes, der, zurückgekehrt aus dem Ersten Weltkrieg, seine Lebenskrise durch ein Dasein im Einklang mit der Natur und eine Haltung der Entsagung überwindet. Wiechert gab seinen Lehrerberuf auf und arbeitete als freier Schriftsteller.; 1938 verbrachte er vier Monate im KZ Buchenwald. Den Bericht über die Tage des Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript sicherheitshalber im Garten (das Buch "Der Totenwald" erschien erst 1945). In den Nachkriegsjahren führten Wiechert Vortragsreisen bis in die USA. Enttäuscht von einem mangelnden Schuldeingeständnis in Deutschland, zog sich Wiechert auf den Rütihof bei Uerikon am Zürichsee zurück, wo er am 24. August 1950 verstarb. Ernst Wiecherts letzter Wille war es, in seinem Garten beigesetzt zu werden, doch wurde auf Wunsch von seiner Frau die Urne auf den Friedhof in Stäfa am Zürichsee gebracht, um das Grab allen Menschen zugänglich zu machen. Für "Die Magd des Jürgen Doskocil" erhielt er den Wilhelm-Raabe-Preis und für den Roman "Jedermann" den Schünemann-Preis. Zu seinem 50.Todestag hat die Deutsche Post im August 2000 ein Sonderpostwertzeichen herausgeben. Das Geburtshaus in Masuren erinnert an den Schriftsteller und ist heute oft Ziel der angebotenen Reisen nach Masuren. |

