| Dr. Ullrich Fischer | Pflanzen für Licht und Schatten - Grüne Spezialitäten Hosta und Begleitpflanzen |
Hosta Funkie![]() ![]()
Hostas, zu deutsch Funkien, gehören zu den
beliebtesten Blattschmuckstauden für Halbschatten und Schatten.
Verwendung finden die Hosta außer im Garten auch als Pflanzen im Gefäß (Kübel) oder für floristischen Gebrauch. Gepflanzt werden sie in vielerlei Bereiche. Besonders große Hosta-Sorten wirken im Einzelstand. Hostas bevorzugen schattigere Lebensbereiche mit feuchten Böden. Sie fühlen sich auch am Teichrand wohl. Wer sich anhand von Abbildungen eine Vorstellung
von ganz neuen in der Fachpresse angeführten Neuheiten und den von
mir angebotenen Hostasorten (oft im ausgewachsenem Zustand) machen will,
dem empfehle ich, in die folgende Internetadresse der AHS / American Hosta
Society zu schauen: www.hostalibrary.org
(dies ist ein kostenloser Service der AHS mit Bildern von inzwischen über
3.000 aufgelisteten Sorten!).
Auch gibt es nach 20 Jahren intensiver Züchtung inzwischen doch etliche Sorten, die identisch aussehen, obwohl sie von unterschiedlichen Eltern abstammen bzw. deren Unterschiede erst im zweiten oder dritten Standjahr hervortreten. Eine neue Hybride, d.h. eine mit bisher nicht da gewesenen Merkmalen ausgestattete Sorte, sollte man im Beet selbst unter mehreren Hostasorten auf einige Entfernung entdecken, wie z.B. H. `Striptease`, die riesige auffällige H. `Sum and Substance` oder von ihr abstammenden Sorten wie H. `Titanic` oder H. `Sum of All`. Nicht jede groß angepriesene Neuheit hat sich über die Jahre bewährt und einige sind schon nach kurzer Zeit wegen Krankheitsanfälligkeit oder fehlender Wuchskraft wieder aus dem Sortiment verschwunden! Eine große Hilfe für den Hostaliebhaber ist es immer noch, eine Auswahl aus den Sorten zu treffen, die alljährlich in der Beliebtheitsliste der AHS (Popularity Poll) auftauchen. Neuerdings werden in der Gewebekultur, aber auch in den Gärten tetraploide Hostapflanzen entdeckt, die aufgrund der Verdopplung ihres Chromosomensatzes bessere Blattsubstanz und in einigen Fällen auch größere und festere Blüten besitzen. Ein gutes Beispiel ist der tetraploide Sport von H. `June` mit Namen H. `Touch of Class` , der wirklich Klasse ist! Im Katalog wird bei jeder Hostasorte ein ungefährer Mengenbedarf pro qm angegeben. Dies soll auch dem Gestalter bei der Planung mit Hosta helfen. Außerdem sind mehrere Übersichtstabellen enthalten: zunächst eine für die Planung eines ‘weißen’ Gartens mit Auflistung weißblühender Hostasorten, eine weitere Tabelle von Sorten mit duftenden Blüten, und eine dritte Tabelle mit Angabe von ‘sonnenverträglichen’ Sorten. Leider erscheint bei unserem normalen Sommerklima die Blütenfarbe einiger in den USA weißblühender Sorten nicht immer weiß. Dort werden durch das heißere Sommerklima die letzten Reste von Blütenfarbstoff (Anthozyan) aus den Blüten entfernt und die Blüte wird reinweiß. Der gleiche Effekt ist ja auch von den sogenannten `weißen’ Hemerocallis-Sorten bekannt. Zur Schneckenbekämpfung möchte ich folgende
Anmerkungen geben: in vielen Gegenden Deutschlands wurden in den Sommern
2003 und 2004 aufgrund der trockenen und heißen Witterung wesentlich
weniger Schnecken gesichtet als in 2002. Der Fraßschaden an Hosta
und anderen Gartenpflanzen wie Rittersporn oder Glockenblumen hielt sich
in Grenzen. Auch mag der Verlauf des Winters zur Dezimierung der Schnecken
beigetragen haben. Das Jahr 2002 hingegen war aufgrund der vielen Regenfälle
ein „Jahr der Schnecken mit Schrecken“. Von etlichen Kunden wurde mir berichtet,
dass das vielversprechende Schneckenkorn FERRAMOL der Firma NEUDORFF
auf Eisen-Phosphat-Basis nicht die erwünschte Vernichtung, sondern
eher zu einer Verstärkung der Schneckenplage geführt habe. Dieses
Mittel soll ja für Gartennützlinge wie Igel, Kröten und
andere ungiftig sein. Der Anbieter weist darauf hin, dass man das Mittel
relativ dicht und häufig streuen muss, um gute Erfolge zu erzielen.
Wenn dann nicht der gewünschte Effekt eintritt, hat wenigstens der
Hersteller verdient...
In Deutschland nimmt die Anzahl älterer,
eingewachsener Gartenanlagen und somit auch die Fläche an schattigen
Gartenplätzen stetig zu. Diese sind ideal für die Anpflanzung
von Hosta, den idealen Blattschmuckstauden für den Schatten und von
vielen Begleitstauden, es sei denn, man greife zu Axt und Säge und
lichte den Garten radikal aus.
Jedes Jahr bringen verschiedene Züchter neue
Varianten mit festerer Blattsubstanz, neuartigen Farbmustern und Blattformen
in allen Größen auf den Markt. Die Anzahl an Hybriden mit schöneren
bzw. duftenden Blüten sowie besser proportionierten Blütenständen
nimmt ebenfalls zu. Ganz neu sind Sorten mit rot bzw. purpur angelaufenen
Blattstielen, Blattrippen und Fruchtständen. Die Züchtung konzentriert
sich derzeit auf mittlere und kleine Sorten in allen Farbmustern bzw.
mit hübschen Blüten. Große Sorten wie ‘Sum and Substance’
werden seltener gepflanzt, da die Gärten in den USA wie auch in Europa
kleiner werden. Andererseits besitzen die `Minihosta` einen besonderen
Charme und man kann von ihnen auf einer begrenzten Fläche auch mehr
unterbringen.
ERKLÄRUNGEN: Die Nomenklatur der Hosta, d.h.
die klare Beschreibung und Zuordnung der einzelnen Arten ist u.a. durch
die Arbeit der American Hosta Society (AHS, gegründet 1969) in den
letzten Jahren sehr viel klarer geworden. So wurde durch verschiedene wissenschaftliche
Untersuchungen sowie Vergleiche mit neuem Pflanzenmaterial aus Japan, Korea
und China mehr Licht in das Wirrwarr der alten „Arten“ gebracht, die in
Wirklichkeit uralte japanische Gartenvarietäten sind. Sie werden heute
bei den Sorten eingeordnet. Weitere und genauere Erkenntnisse über
die Verwandtschaft verschiedener Hostaarten werden derzeit durch Vergleich
von bestimmten Abschnitten der Chromosomen gewonnen.
Hostapflanzen sind gut „reisefähig“ und können
während der gesamten Vegetationszeit auch ohne Erde per Paket verschickt
werden (aber nicht bei Temperaturen über 30°). Optimal (aber nicht
lebensnotwendig) ist es, die Pflanzen nach Erhalt 12 bis 24 Stunden
mit den Wurzeln in Wasser oder aber in mit einem schwach dosierten Flüssigdünger
(etwa 1%ig) versetztes Wasser zu legen. Dies dient der Kräftigung
der Hosta und verschafft ihnen einen guten Start nach der Pflanzung in
eine gut mit Kompost oder Torf angereicherte Pflanzgrube. Außerdem
sollte ein langwirksamer organischer Dünger wie z.B. Hornspäne
oder OSCORNA beigegeben werden. Zu lange Wurzeln werden gegebenenfalls
mit glattem Schnitt eingekürzt. Auch eine Mulchschicht um die Pflanze
herum ist vorteilhaft. Hostapflanzen können in der Wachstumsphase
etwa bis Mitte Juni außerdem mit einem flüssigen Volldünger
(halbe Stärke wie angegeben) über die Blätter gedüngt
werden. Der Dünger wird über die Spaltöffnungen der Blätter
aufgenommen.
Als Begleitpflanzen zu Hosta eignet sich eine große Anzahl verschiedener und zum Teil noch unbekannter Stauden für den Schatten, wie z.B. Arten und Sorten von Cimicifuga (sie sollen nach 240 Jahren wieder unter Actaea eingeordnet werden), Tricyrtis, Tiarella, Pulmonaria und Heuchera sowie Hepatica, Polygonatum, Trillium, Disporum, Uvularia, Euphorbia. Podophyllum, Caulophyllum, Gillenia etc. Eine ganze Reihe dieser Begleitpflanzen ist in der Liste enthalten. Weiterhin passen auch viele Farne und einige für den Schatten geeignete Seggen und Gräser wie Hakonechloa sehr gut zu Hosta. Die angegebenen Höhen beziehen sich auf die
Pflanzengröße nach 3 bis 5 Jahren.
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