Die Osterfeuer in der Nacht von Ostersamstag auf
Ostersonntag wurden bereits in heidnischer Zeit praktiziert. Man glaubte,daß
der Schein des Feuers eine reinigende Wirkung hätte und die keimende
Saat vor bösen Geistern schütze und so galten sie auch als Kult
zur Sicherung der Fruchtbarkeit, des Wachstums, der Ernte... Diesen Brauch
haben die Christen dann übernommen; bei ihnen wurde der Samstag zum
Karsamstag. Sie zünden in der Osternacht einen Holzstoss an, singen
Lieder, tanzen um das Feuer, und die ganz Mutigen springen durch die Flammen.
In Norddeutschland, besonders an der Elbe, heißen die Feuer "Ostermond".
Die Kinder gehen von Haus zu Haus und sammeln Brennholz ein, vor allem
die alten Weihnachtsbäume, die die Leute extra bis zum "Ostermond"
aufbewahren. Im Harz heißen die Feuer "Ostermeiler", sie sind aus
Reisig und Fichtengrün aufgeschichtet, obenauf steht eine große
Fichte senkrecht. Osterfeuer
in Gohlau
Am Osterfeuer wird die Osterkerze (Symbol
für das Licht)entzündet, die dann in feierlicher Prozession
mit dreimaligem Singen des "Lumen Christi" (Licht Christi) in das noch
dunkle Gotteshaus getragen wird.
Osterwasser
Nach altem Volksglauben soll am Ostertage geschöpftes
Wasser Mensch und Tier vor Krankheit schützen und im Haus versprüht,
gegen Ungeziefer helfen. Das Wasser wurde schon früh am Ostersonntag
von der Quelle geholt, weil dieses Osterwasser die Fruchtbarkeit förderte,
wenn es schweigend nach Hause gebracht wurde. Mit "Osterwasser" meint man aber heute wohl
eher das in christlichen Kirchen beim Ostergottesdienst in der Osternacht
zum Sonntag geweihte Wasser. Weihwasser (allgemeiner Ausdruck für
vom Priester geweihtes Wasser) dient dazu, das ganze Jahr über die
Weihwasserbecken (Weihwasserschalen) in den einzelnen Räumen - sowohl
der Kirchen als auch der Privathäuser und der Gräber - zu füllen.
Kinder werden damit getauft ((Taufwasser). Weihwasser begegnet uns
aber auch in anderen Religionen. Das Sich-Bekreuzigen, Sich-Benetzen mit
Weihwasser ist überall ein Zeichen der Reinigung. In Australien bewahren Brautpaare das am letzten
Osterfest geweihte Osterwasser bis zum Hochzeitstag auf und bespritzen
sich auf dem Kirchgang zur Hochzeit damit. Das soll der Ehe Glück
bringen.
Ostereier färben
In Russland wird der Karsamstag auch "Färbersamstag"
genannt, was darauf hinweist, daß sich die ganze Familie mit dem
Eierfärben und dem bemalen beschäftigt. Zum
Osterei gibt es hier etwas nachzulesen