Mit Musik... | Sitemap | Suchen | Gartenforum | Gartenblog | Kontakt | Persönliches | |
Autoren von A-Z: A | B | C | D | E | F | G | Goethe | H | I | J | K | L | M | N | O | P | QR | S | T | U | V | W | XYZ |
| Ich ging im Walde
So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn. Im Schatten sah ich
Ich wollt es brechen,
Ich grub's mit allen
Und pflanzt es wieder
|
| Auf den ersten Blick mag es so etwas wie ein "Öko-Gedicht"
mit seinem Appell an die Achtung vor der Schöpfung sein. Doch Goethe
schrieb dieses Gedicht genau ein Vierteljahrhundert, nachdem er seine Christiane
"gefunden" hatte, nämlich im August 1813. Christiane ist also das
Blümchen, das er fand; sie wehrte sich gegen das Ansinnen einer leichtfertigen,
kurzen Liebesbeziehung, die ihren gesellschaftlichen Ruf und damit ihre
Heiratsfähigkeit empfindlich beeinträchtigt hätte - "soll
ich zum Welken gebrochen sein"? Heute mag emanzipierten Frauen die Selbstdarstellung
Goethes als treusorgender Gärtner, der das zarte Pflänzchen Christiane
durch Eingraben in seinem (!) Garten vor dem Verwelken rettet, nicht passen.
Doch darüber hinaus ist es auch noch eine Beschönigung der Tatsachen;
denn mit dem "Eingraben", d.h. der Eheschließung, ließ Goethe
sich noch 18 Jahre Zeit...
Buchtipps:
|
© Text und Design 1999-2010: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger | URL: http://www.garten-literatur.de