Gestaltung
schattiger Gartenpartien mit neuen und wenig bekannten Stauden und Geophyten 
Vortrag Dr. Ullrich
Fischer vor der GDS - Gruppe Dortmund am 31.Januar 2004 und Katalog-CD
(mit freundlicher Genehmigung des Autors)
A. Einleitung
B. Definition des Begriffes Schatten
C. Bemerkungen zur Bodenvorbereitung
und Pflanzenauswahl
D. Bemerkungen zur Auswahl der Gehölze
E. Bemerkungen zur Auswahl der Stauden
F. Literatur
G. Dialiste
H. Copyright-Vermerk
A. EINLEITUNG
Viele, zumeist ältere und eingewachsene Gärten besitzen mehr
oder weniger schattige Stellen, an denen eine Bepflanzung mit blütenreichen
Prachtstauden meist versagt. Welche Ursachen hat dieser Misserfolg? Wenn
ein Grundstück mit Haus neu bezogen wird, setzt man im allgemeinen
Bäume und Sträucher als Sichtschutz und Zierde in die noch kahlen
Gärten. Diese Gehölze werden mit der Zeit größer und
erzeugen dann zunehmend Schatten. Dadurch steigt der Lichtmangel für
die Pflanzen, die im Schattenwurf der Gehölze stehen, ständig
an.
Sonnenliebende Prachtstauden, die am Beginn der Anlage üppig
blühen, lassen allmählich in ihrem Wuchs nach bzw. sterben ganz
ab, wenn ihnen die Sonne fehlt.
Der Gartenbesitzer wird scheitern, wenn er an diesen schattigen
Stellen erneut Sonnenstauden pflanzt Für ihn bzw. den von ihm
zu Rate geholten Gestalter stellt sich daher die Frage, wie eine diesem
Standort gerechte und befriedigende Lösung gefunden werden kann.
Nur durch eine Radikalkur ließe sich der Garten in den alten
Zustand versetzen, nämlich durch die teilweise oder totale Entfernung
der Gehölze. Ein Entschluss zu einem derartigen Kahlschlag fällt
meist schwer, denn dieser ist sowohl aufwändig als auch kostspielig.
Wenn die gewachsene Gehölzkulisse mit ihrem Schattenwurf erhalten
bleibt, muss dennoch kein wachstumsleerer Raum entstehen, denn es gibt
befriedigende und ästhetische Lösungen zur Bepflanzung schattiger
Gartenplätze. An derartigen Stellen kann durchaus eine standortgerechte
Bepflanzung angelegt werden, die für viele Jahre ein harmonisches
Bild mit üppig wachsenden Stauden ergibt. Diese Schattenstauden weichen
aber deutlich von den ab, die auf der sonnigen Rabatte ihre optimalen Bedingungen
vorfinden..
Ein Schattengarten hat nämlich seine eigene Dimension! Es stehen
hier nicht die Blüten im Vordergrund, sondern andere Eigenschaften
der Stauden sind gefragt. Unterschiedliche Pflanzengestalten und
Färbungen der Blätter sowie mannigfaltige Blattstrukturen wie
z.B. das filigrane Netzwerk eines Schildfarnes (Polystichum setiferum `Plumosum
Densum`), die beeindruckende Größe eines kastanienblättrigen
Schaublattes (Rodgersia aesculifolia), das wuchtige Erscheinungsbild einer
großen blaublättrigen Funkie (z.B. Hosta `Blue Angel`) oder
der von der Haselwurz (Asarum europaeum) gewebte dichte grüne Bodenteppich
und nicht die Farbe der Blüten kommen im Schatten zur Geltung. Die
Blütezeit einer einzelnen Prachtstaude ist meist begrenzt, während
die Blattstrukturen der Schattenstauden über den gesamten Vegetationszeitraum
erhalten bleiben. Schon Gertrude Jekyll schrieb: ...`auch Grün ist
eine Farbe`. Das trifft in besonderem Maße auf die Gattung
Hosta zu, deren einfarbige oder panaschierte Blätter von Sorte zu
Sorte sehr unterschiedliche Nuancen in den Grün-, Gelb- bzw. Blautönen
aufweisen Außerdem gibt es schmal-lanzettliche, ovale, herzförmige
oder sogar kreisrunde Blattformen.
Viele im Schatten gedeihende Pflanzen behalten ihre Attraktivität
bis in den Winter, da sie zierende Samenstände mit leuchtenden Früchten
entwickeln oder mit der Silhouette ihrer vergangenen Blütenstiele
noch im Raureif interessant aussehen.
Es gibt jedoch auch etliche Schattenstauden mit schönen und
besonderen Blüten, wie z.B. die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata),
die zu verschiedenen Jahreszeiten blühenden Arten der winterharten
Alpenveilchen (Cyclamen coum, Cyclamen purpurascens bzw. Cyclamen hederifolium)
oder die verschiedenen Arten von Feuerkolben mit ihren faszinierenden Blüten
(z.B. Arisaema triphyllum oder Arisaema sikokianum).
Die Auswahl an Stauden für den Schatten ist geringer als für
den sonnigen Bereich, aber dennoch ist das Sortiment viel größer
und vielfältiger, als allgemein angenommen wird.
Eine bestimmte Gruppe von Stauden hat sich den Lichtverhältnissen
im Schatten und Halbschatten, d.h. am Gehölzrand bzw. im lichteren
Baumschatten, gänzlich angepasst und blüht überwiegend im
Frühjahr vor dem Austrieb der benachbarten Bäume und Sträucher.
Sie nutzt jeden zur Verfügung stehenden Lichtstrahl der Frühlingssonne
aus, bildet in wenigen Wochen Samen und zieht dann im Verlauf des Frühsommers
oberirdisch ein, wenn die zur Assimilation benötigte Lichtmenge und
das Angebot an Wasser unter den Gehölzen ein Minimum erreicht. Sie
hat zum Fortbestehen Knollen, Zwiebeln oder verdickte unterirdische Rhizome
entwickelt, in denen für die nächste Vegetationsperiode der Energievorrat
gespeichert wird. Man bezeichnet Mitglieder dieser Gruppe als Geophyten.
Sie sind aufgrund ihrer frühen und kürzeren Vegetationszeit gegenüber
dem Wurzeldruck der Gehölze und der oft ausgeprägten Sommertrockenheit
des Standortes wenig anfällig.
Andere Schattenstauden haben sich auf die geringeren Lichtverhältnisse
während der gesamten Sommersaison eingestellt. Sie behalten ihre Blätter
bis zum Herbst. Einige besitzen auch wintergrünes Laub. Die Voraussetzung
für ihr gutes Gedeihen ist allerdings eine ständige Bodenfeuchtigkeit,
eine ausreichende Bodenfruchtbarkeit und ein Standort, der über das
Jahr mehr Licht zulässt als derjenige, an dem die Geophyten noch gedeihen.
Hierzu gehören viele Arten und Selektionen von Primeln (Primula sp.).
Etliche Mitglieder dieser zweiten Gruppe besitzen große, üppige
Blätter, mit denen sie bei den geringeren Lichtmengen noch ausreichend
Photosynthese betreiben können. Die Größe der Blätter
ergibt oft eine weiche Struktur. Bei einem Übermaß an Lufttrockenheit
oder auch Sonneneinstrahlung zeigen sich Verbrennungen am Blattrand oder
auf der Blattoberfläche.
zurück nach oben

B. DEFINITION DES BEGRIFFS
SCHATTEN
Im folgenden Abschnitt soll versucht werden, eine Definition für
den Begriff `Schatten` und seine verschiedenen Kategorien zu geben.
Schatten im Garten definiert sich als das Ergebnis einer verringerten
Lichteinstrahlung auf den Boden. Je nach Größe und Dichte der
Hindernisse oder Gegenstände (immergrüne oder laubabwerfende
Gehölze bzw. Bauwerke oder Mauern), die an diesen Stellen den direkten
Einfall des Sonnenlichtes hemmen, ist die Intensität des Schattens
unterschiedlich stark. Auch der Verlauf der Sonne über den Tag beeinflusst
Intensität und. Dauer des Schattens. Die Schattenlänge hängt
im übrigen auch vom Breitengrad des Gartens ab.
An einem Ende der Schattenskala steht der leichte Schatten oder
Flimmerschatten, der von locker wachsenden oder hoch aufgeasteten Laubgehölzen
erzeugt wird. Im Verlauf des Tages erfolgt mit der Wanderung der Sonne
für die Pflanzen am Boden ein ständiger Wechsel von Licht und
Schatten.
Eine ähnliche Schattenwirkung läßt sich auch künstlich
durch die Errichtung einer Schattenpergola mit dicht aneinander gesetzten
Latten herbeiführen. Die Pflanzenauswahl für eine abwechslungsreiche
Gestaltung ist an diesen wenig beschatteten Stellen am größten.
Eine weitere Kategorie von Schatten wird als offener Schatten bezeichnet.
Hierbei handelt es sich um Stellen im Garten, die zwar den ganzen Tag über
im Schatten liegen, aber zum Himmel hin offen sind und dadurch noch ein
gewisses Maß an Helligkeit zulassen. Derartige Bedingungen trifft
man meist an der Nordseite von hohen Gebäuden oder Mauern an.
Ein mittlerer Schatten wird ebenfalls an nach Norden ausgerichteten
Gartenplätzen vorgefunden. Die Abschirmung der Sonnenstrahlen durch
Mauern bzw. Hauswände und zusätzlich durch stark verzweigte Bäume
wirkt sich an derartigen Plätzen stärker aus als beim offenen
Schatten. Dadurch ist hier die Lichtmenge noch geringer.
Ein anders gearteter Zustand liegt bei Gartenpartien im Halbschatten
vor. An solchen, auch als halbsonnig bezeichneten Stellen scheint die Sonne
entweder am Morgen oder am Nachmittag, während über den Rest
des Tages Vollschatten herrscht. Derartige Lichtverhältnisse bilden
sich z.B. an der Ost- bzw. Westseite einer Mauer oder eines Gebäudes
bzw. an in Nord-Süd-Richtung gepflanzten höheren Hecken aus.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass hier bei Einstrahlung der Nachmittagssonne
die Temperatur viel höher steigt als an einer Stelle, die nur Morgensonne
erhält.
Den Typ des Vollschattens, d.h. eines dichten und permanenten Schattens,
trifft man unter dicht belaubten immergrünen Laub- und Nadelgehölzen
an. Auch unter laubabwerfenden Bäumen mit breiten und sich überdeckenden
Blättern entsteht Vollschatten. Hier ist der Schatteneffekt von kürzerer
Dauer, da er erst im späten Frühjahr nach dem Laubaustrieb einsetzt
und mit dem Laubfall im Herbst endet. Daher sind dort die idealen
Pflanzstellen für Geophyten wie z.B. Alpenveilchen (Cyclamen coum
oder Cyclamen hederifolium), die ihre Vegetationszeit im Frühjahr
oder Herbst besitzen.
zurück nach oben

C. BEMERKUNGEN ZUR BODENVORBEREITUNG
UND PFLANZENAUSWAHL FÜR DIE UNTERSCHIEDLICHEN STANDORTE IM SCHATTEN
Die Ausführungen über die verschiedenen Kategorien von Schatten
machen noch einmal deutlich: die Anzahl der Stauden für Schattenplätze
verringert sich mit abnehmender Sonneneinstrahlung, da auch viele Schattenstauden
zum guten Gedeihen eine (durch die Evolution) vorgegebene Lichtmenge benötigen,
deren Wert nicht unterschritten werden darf. Wenn man das Angebot an Licht
an einem gegebenen Standort auf etwa gleicher Höhe halten will, muss
man eine regelmäßige Auslichtung der den Schatten erzeugenden
Gehölze vornehmen. Dies gilt aber nur für einzeln stehende Gehölze
und nicht für Heckenpflanzungen.
Am Ende der Skala, d.h. im Vollschatten, bleibt nur eine kleine
Auswahl an Farnen und Moosen oder Blattpflanzen wie Efeu (Hedera) übrig.
Deren Lichtbedürfnis ist zwar niedrig, aber ihr Gedeihen setzt eine
genügende und ständige Feuchtigkeit des Bodens voraus.
Übrigens hat man in Europa im Gegensatz zu Japan noch nicht
versucht, schattige Gartenanlagen zu schaffen, die lediglich mit unterschiedlichen
Moosarten bepflanzt sind.
Dies ist schade, denn Moosgärten haben ihren ganz besonderen
Reiz.
Die größten Probleme für eine Bepflanzung treten
wie schon erwähnt bei Gartenplätzen im tiefen Dauerschatten auf,
der durch eine Hauswand, eine hohe Mauer, eine immergrüne hohe Hecke
oder dicht wachsende Nadelgehölze hervorgerufen wird. An diesen dunklen
Stellen ist der Boden oftmals trocken, weil einmal durch die Mauern der
Regen nicht auf den Boden gelangt und zum anderen die Gehölzwurzeln
als starke Konkurrenz zu den Stauden die Feuchtigkeit des Bodens aufsaugen.
Wenn man hier die Bedingungen für eine Unterpflanzung mit den wenigen
zur Auswahl stehenden Stauden verbessern will, muss eine zusätzliche
Bewässerung (Tropfbewässerung), die Ausdünnung der
Gehölze, der Einbau einer Sperre aus starker Folie oder ein regelmäßiges
Abstechen von Heckenwurzeln (Wurzelschnitt) mit einem Spaten durchgeführt
werden.
Flach an der Oberfläche streichende Wurzeln wie z.B. bei verschiedenen
Ahornen (Acer sp.) stellen in allen Schattenbereichen ein weiteres Problem
da. Hier kann man Abhilfe schaffen, indem man Stauden wie z.B. Hosta in
flache Töpfe setzt, diese an den vorgesehenen Stellen einsenkt und
dann die gesamte Fläche mit Rindenmulch auffüllt. Die Töpfe
können dann nach Bedarf gewässert und gedüngt werden, ohne
dass eine Konkurrenz zu den Wurzeln auftritt.
Grundsätzlich gilt, dass ein beschatteter Boden feuchter und
auch kühler ist als einer, welcher der vollen Sonne ausgesetzt ist.
Ausnahmen bilden wie oben erläutert Stellen im Vollschatten oder in
der Nähe dichter Hecken. Recht selten wird der Fall auftreten, dass
der Boden an schattigen Stellen zu nass ist. Dann muss selbstverständlich
für eine Drainage gesorgt werden.
Bei Anpflanzungen im Schattenbereich (aber nicht nur hier!) sollte
man grundsätzlich jedwedes Falllaub liegen lassen und im Herbst oder
im frühen Frühjahr noch zusätzlich halbverrotteten Laubkompost
auf die Flächen aufbringen. Steht wenig Laub zur Verfügung, dann
ist eine bis 5 cm dicke Schicht von gut abgelagertem und unkrautfreiem
Rindenkompost eine gute Alternative. Diese Maßnahmen erhöhen
auf Dauer den Humusgehalt des Bodens, lassen weniger Unkrautwuchs aufkommen
und halten den Boden durch die aufliegende Schicht feuchter. Alle Schattenpflanzen
lieben eine gleichmäßige Bodengare, also einen ungestörten
Boden, der weder gehackt noch umgegraben werden sollte. Unter solchen Bedingungen
kann es im Schattenbereich zur – oft erwünschten - Selbstaussaat kommen.
Wie schön sieht nach einigen Jahren ein Teppich von Cyclamen coum
aus, der sich auf diese Weise ausgebreitet hat! Eine zusätzliche Stickstoffdüngung
erfolgt am besten mit einem langsam fließenden organischen Dünger,
z.B. mit Hornspänen.
Vor einer Bepflanzung sollte auch geprüft werden, ob der Boden
sauer, neutral oder alkalisch (kalkhaltig) reagiert. Viele Pflanzen tolerieren
Kalk im Boden, wenn genügend Humus vorhanden ist. Dessen Gehalt an
Huminsäuren kann den Kalk neutralisieren bzw. abpuffern.
Nur wenige Pflanzen wie Moorbeetpflanzen reagieren absolut kalkfeindlich.
So besteht allgemein die Meinung, dass alle Arten vom Dreiblatt (Trillium)
ausschließlich auf sauren Böden wachsen. Dies ist bis auf wenige
Ausnahmen (z.B. Trillium undulatum) aber nicht der Fall. Alle Arten von
Trillium lieben jedoch eine Humusschicht, in der die Rhizome wachsen können
Dabei kann der Unterboden neutral oder gar alkalisch reagieren, ohne dass
Schäden wie Chlorose oder Kümmerwuchs auftreten.
Liegt im Garten eine extrem saure Bodenreaktion ( unter pH 4) vor,
dann sollte zur Bindung der Säure im Boden Dolomit in feinverteilter
Form statt reinem Kalk verabreicht werden. Die kombinierte Gabe von Kalk
und Magnesium im Dolomit ist für viele Pflanzen viel zuträglicher
als reiner Kalk. So wachsen z. B. über dreißig Wildarten von
Rhododendron am Omei-shan in China, dessen Gestein überwiegend aus
Dolomit besteht!
Will man andererseits den pH-Wert eines kalkhaltigen Bodens senken,
so empfiehlt sich das
Einbringen von pulverförmigem Schwefel. Dieser wandelt sich
durch Bodenbakterien in Schwefeldioxid um und erniedrigt durch Umsetzung
mit den Calcium-Ionen unter Bildung von Gips den pH-Wert.
zurück nach oben

D. BEMERKUNGEN ZUR AUSWAHL DER
GEHÖLZE
Selten kann ein Gartenbesitzer vom Fachmann bei der Erstplanung dazu
überredet werden, den Garten mit einer größeren Anzahl
an Gehölzen als üblich zu auszustatten. Kommt es dennoch zu einem
solchen Entschluss, sollten die Gehölze und auch Schlingpflanzen
wie Clematis sehr sorgfältig nach Kriterien wie Blütenpracht,
Austrieb, Herbstfärbung, Rindenschönheit oder auch Fruchtschmuck
ausgesucht werden. Durch eine solche Selektion erhält der Garten bei
gleichem Pflegeaufwand eine höhere Qualität, die sich auch auf
die künftige Entwicklung eines Schattengartens positiv auswirken wird.
Die Entscheidung für eine größere Anzahl an exquisiteren
Gehölzen scheitert aber oftmals an den höheren Anschaffungspreisen.
Als Kompromiss kann man dem Bauherrn und künftigen Gartenbesitzer
vorschlagen, zwischen die besonderen Gehölze preisgünstige Füllsträucher
(z.B. Forsythien, Felsenbirnen oder Weigelien) zu setzen. Diese können
nach einigen Jahren ohne großen finanziellen Verlust herausgenommen
werden, wenn die Gehölze mit ihren besonderen Eigenschaften herangewachsen
sind.
zurück nach oben
E. BEMERKUNGEN ZUR AUSWAHL DER STAUDEN
Wie die im sonnigen Bereich wachsenden Prachtstauden lassen sich Schattenstauden
in zwei Kategorien einteilen: 1.) in solche, die sich für eine flächige
Pflanzung eignen, und 2.) in diejenigen, die sich als Solitäre
oder in einer kleinen Gruppenpflanzung verwenden lassen.
In den letzten Jahren hat die Anzahl an Stauden für eine Verwendung
in schattigen Bereichen sowohl durch Züchtung als auch durch Neueinführungen
aus China und Japan stark zugenommen. Besonders in den Gattungen Geranium
(Storchschnabel), Hosta, Pulmonaria, Heuchera, Tiarella, Rodgersia und
auch bei Galanthus (Schneeglöckchen) sind in den letzten zehn Jahren
zahlreiche neue und verbesserte Sorten entwickelt worden. Durch Kreuzung
entfernter Arten konnten oftmals negative Eigenschaften wie Anfälligkeit
für Mehltau (bei Pulmonaria) oder Schneckenanfälligkeit (bei
Hosta) verringert oder gar beseitigt werden.
Auch die Blütenfarben der im Frühjahrsgarten so wichtigen
Lenzrosen (Helleborus hybridus) haben sich seit den Züchtungen von
Mrs. Helen Ballard weiter entwickelt. Das Farbspektrum dieser neuen Hybriden
reicht von Blauschwarz, Weinrot, Gelb, Aprikosenfarbig über
Grün bis zu einem klaren Weiß. Auch sogenannte Pikotee-Formen
mit einer unterschiedlichen Randfarbe sind inzwischen gezüchtet worden.
Alle Farbformen können entweder ungepunktet bzw. mit einem mehr
oder weniger auffälligen Punktmuster auftreten. Außerdem ist
inzwischen bei den Lenzrosen eine ganze Anzahl von Sorten mit gefüllten
Blüten vorhanden, die bei Bestäubung zum Teil wieder gefüllte
Sämlinge ergeben.
Eine rasante Entwicklung haben in letzter Zeit auch die Elfenblumen
(Epimedium) genommen.
Die Entdeckung zahlreicher neuer Arten in China hat zumindest in
Großbritannien, in Japan und in den USA zur Entwicklung sehr interessanter
Hybriden geführt, die hoffentlich bald auch die Gärten in Zentraleuropa
und Deutschland schmücken werden.
Den Hobbygärtnern und den professionellen Planern steht also
eine Fülle an neuem Material für den Schattenbereich zur Verfügung,
das allerdings vielen noch völlig unbekannt ist!
Im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung werden heute viele
der neuen Staudensorten, also auch die für den Schattenbereich geeigneten,
durch die Methoden der Gewebekultur (Meristemkultur) vermehrt, um in kürzerer
Zeit in großer Menge auf den Markt gebracht zu werden. Dieses
hat sicher nicht nur positive Seiten.
Bei Hosta (inzwischen über 4000 Sorten!) und Heuchera (auch
schon über 100 Sorten!), die heutzutage nahezu hundertprozentig durch
die Methode der Gewebekultur vermehrt werden, kommen zunehmend Sorten dazu,
die sich von schon vorhandenen nur wenig unterscheiden.
Auch bei den Storchschnäbeln (Geranium) sind inzwischen so
viele Sorten in den Gärtnereien im Umlauf, dass die Auswahl und eine
Entscheidung für eine bestimmte Sorte ziemlich schwer fällt.
Die Selektion neuer Sorten sollte daher viel kritischer als bisher durchgeführt
werden, um nur Sorten mit wirklich auffälligen, vorher noch nicht
dagewesenen Merkmalen auf den Markt zu bringen.
Durch die Öffnung Chinas sind in den letzten Jahren außerdem
zahlreiche neue Wildstauden in den Westen gelangt. Darunter gibt es auch
eine ganze Reihe an interessanten Pflanzen für den Schattengarten.
In vielen Fällen muss allerdings die Gartenwürdigkeit einschließlich
der Winterhärte noch überprüft werden..
Nach diesen Gedanken zum derzeitigen Staudensortiment und zu den
modernen Vermehrungsmethoden möchte ich Ihnen einen größeren
Ausschnitt aus dem großen Angebot an Stauden und Geophyten für
schattige Stellen im Garten vorstellen.
Sicherlich hat jeder Gartenfreund seine besonderen Lieblinge.
Bei mir sind dies Hosta (immer noch!), Heuchera, Tiarella, Heucherella,
Rodgersia, Trillium, Erythronium, Cyclamen und die verschiedenen Formen
der winterharten Farne. Dazu kamen in jüngster Zeit noch die Elfenblumen
(Epimedium), die meiner Ansicht nach eine große Zukunft besitzen,
denn das Züchtungspotential ist hier bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Wir können bald Sorten mit besonderen Blütenfarben und
außergewöhnlichen Blattformen erwarten, die den vielfältig
bepflanzten Schattengarten bereichern werden.
Es kann allerdings auch bei dieser Gattung wie bei anderen Gattungen
zuvor geschehen, dass ihre Beliebtheit einem Höhepunkt zustrebt und
dann nach einigen Jahren wieder abflaut.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass jeder Gartenbesitzer
in seinen schattigen Gartenecken eine abwechslungsreiche und langlebige
Staudenpflanzung anlegen kann. Da Bilder mehr sagen als nur Worte, werden
jetzt Beispiele gezeigt, die dem Einzelnen Anregungen zur Bepflanzung geben
sollen.
zurück nach oben

F. LITERATUR
Bishop, M. et al.; Snowdrops – A Monograph of Cultivated Snowdrops
(2001)
Case, F. & R.; Trilliums (1997)
Grenfell, D.; The Gardener`s Guide to Growing Hosta (1996)
Grey-Wilson, Ch.; Cyclamen (1997)
Hinkley, D.; The Explorer`s Garden (!999)
Jacobs, D.L. & R.L.; American Treasures – Trilliums in Woodland
Garden (!997)
Jelitto / Schacht / Simon; Die Freiland Schmuckstauden (2003)
Jones, D.L.; Encyclopaedia of Ferns (1987)
Mathew, B.; Hellebores (1989)
Mickel, J.; Ferns for American Gardens (1994)
Rice, G. & Strangman, E.; A Gardener`s Guide to Growing Hellebores
(1993)
Schmid, W. G.; The Genus Hosta (1991)
Stearn, W. T.; The Genus Epimedium (2002)
Warda, H.-D.; Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze
(2. Auflage / 2001)
Zilis, M.; The Hosta Handbook (2000)
[weitere Literatur siehe Bücherliste:
Schattengarten - Anmerkung GartenLiteratur]
zurück nach oben

G. DIALISTE
einige
der Fotos hier auf seiner Homepage)
Die nachfolgend aufgeführten Schattenstauden sind so gut
wie möglich nach ihren Höhepunkten im Verlauf des Gartenjahres
angeordnet.. In der nachfolgenden Auflistung wird für viele Pflanzen
jeweils die Möglichkeit zur Verwendung sowie die Methode der besten
Vermehrung durch unterschiedliche Symbole angegeben (Pflanzenvermehrung
durch T = Teilung, A = Aussaat, S = Steckling; Verwendung als:
SO = Solitärpflanze, GR = Gruppenpflanze; FL = flächige
Pflanzung, BO = Bodendecker):
1.) Frühlingsaspekt mit Galanthus, Helleborus und Cyclamen
2.) Galanthus `Galatea` GR FL T
3.) Galanthus nivalis `Lutescens` GR T
4.) Galanthus `Trym` SO T
5.) Galanthus `Walrus` SO T
6.) Galanthus `Mighty Atom` SO T
7.) Galanthus `Wendy`s Gold` SO T
8.) Galanthophilie oder schon Galanthomanie ?
9.) Euphorbia amygdaloides `Purpurea` FL T A
10.) Die `klassische’ Rabatte mit Helleborus hybridus am Wohnhaus
von Helen Ballard
11.) Das gleiche Beet mit Helleborus-Züchtungen aus anderer
Richtung
12.) Rosarote Sorte von Helleborus hybridus SO T
13.) Pflaumenfarbene Sorte von Helleborus hybridus SO T A
14.) Zitronenfarbene Sorte von Helleborus hybridus (F2-Hybride von
`Sirius`) SO T
15.) Sogenannte schwarzblaue Sorte (Hybride aus Helleborus torquatus)
SO T
16.) Helleborus x Nigercors A T
17.) Frühlingsansicht unter Bäumen in der Washfield Nursery
(Elizabeth Strangman) in Kent
18.) Frühlingsbild mit Bluebells (Hyacinthoides non-scripta)
T A GR FL
19.) Cardamine trifolia FL GR T A
20.) Ansicht mit Pulmonaria rubra `Redstart`, Galanthus und Helleborus
hybridus
21.) Pulmonaria `Blue Ensign` FL GR T
22.) Pulmonaria `Cotton Cool` FL T
23.) Teppich von Erythronium-Arten (Hundszahnlilien) in Glendoick
Gardens in Schottland
24.) Erythronium hendersonii SO GR T A
25.) Erythronium `Pagoda` , eine wüchsige Hybride aus E. tuolumnense
u. E. revolutum T FL
26.) Erythronium dens-canis, der heimische Hundszahn FL GR T A
27.) Erythronium `White Beauty` mit Anemone blanda FL GR T
28.) Erythronium americanum: eine Blüte auf einhundert Pflanzen!
T A FL GR
29.) Anemone blanda und Narzissen am Gehölzrand
30.) Cyclamen coum in Blatt- und Farbvielfalt GR FL A
31.) Ranunculus ficaria `Collarette` (schließt sich nicht
bei schlechtem Wetter) GR FL T
32.) Ranunculus ficaria `Salmon`s White` GR FL T
33.) Hepatica transsilvanica FL GR T A
34.) Hepatica nobilis var. pyrenaica mit sehr zierenden Blättern
GR A T
35.) Hepatica transsilvanica `Elison Spence` SO GR T
36.) Anemone x lipsiensis, eine Hybride aus A. nemorosa und A. ranunculoides
GR FL T
37.) Anemone nemorosa `Viridiflora` Gr T
38.) Uvularia grandiflora am Wildstandort in den Appalachen SO GR
T A
39.) Oxalis acetosella var. subpurpurascens GR FL T A
40.) Corydalis `Blue Panda` GR FL T
41.) Corydalis solida ssp. solida `Rosa` GR FL T A
42.) Luzula sylvatica `Aurea` GR FL T
43.) Dicentra eximia – Hybride GR FL T
44.) Dicentra `Bacchanal` GR FL T
45.) Lathyrus (Orobus) vernus Àlboroseus` GR T A
46.) Synthyris stellata GR T A
47.) Frühlingsbeet mit Dicentra spectabilis, Mertensia virginica
und Primeln
48.) Asarum shuttleworthii `Callaway` GR FL T
49.) Asarum-Species aus China GR SO T
50.) Cardamine pentaphyllos GR FL T A
51.) Primula `Silverlace` GR T A
52.) Epimedium acuminatum GR SO T A
53.) Hybride von Epimedium grandiflorum GR FL T
54.) Beet von Trillium grandiflorum GR FL A (T)
55.) Trillium grandiflorum `Roseum´ im Waldgarten mit Trillium
cuneatum GR T A
56.) Trillium grandiflorum `Snowbunting` ( Trillium grandiflorum
`Flore Pleno`) SO GR T
57.) Trillium luteum mit Phlox divaricata am Naturstandort SO GR
T A
58.) Trillium catesbaei GR SO T A
59.) Trillium underwoodii, eine Blattschmuckstaude unter den Trillium!
SO GR A
60.) Trillium vaseyi GR SO A
61.) Trillium cuneatum in einer gelb blühenden Form SO GR T
A
62.) Trillium cuneatum in Rot SO GR T A
63.) Trillium cuneatum mit fast silbrigen Blättern SO T A
64.) Shortia galacifolia SO GR T (A)
65.) Galax urceolata SO GR T A
66.) Glaucidium palmatum, ein kostbares Mohngewächs aus Japan
SO GR (T) A
67.) Phlox divaricata am Naturstandort GR FL T A
68.) Chrysogonum virginianum var. australe GR FL T A
69.) Adiantum venustum, der Himalaya-Frauenfarn GR FL T A
70.) Athyrium filix-femina `Victoriae`, der Harpunenfarn SO T
71.) Anemonella thalictroides (Wildform) GR FL T A
72.) Anemonella thalictroides `Schoaf`s Double` SO T
73.) Rodgersia aesculifolia SO GR T A
74.) Meconopsis grandis im Savill-Garden / Windsor Park SO GR A
75.) Brunnera macrophylla ´Langtrees` SO GR T
76.) Brunnera macrophylla ´Dawson`s White` SO GR T
77.) Brunnera macrophylla `Hadspen Cream` SO GR T
78.) Brunnera macrophylla `Jack Frost` SO GR T
79.) Cypripedium pubescens SO GR T
80.) Cypripedium montanum SO GR T
81.) Paris polyphylla SO GR T A
82.) Polygonatum biflorum mit Podophyllum peltatum und Viola GR
T A
83.) Polygonatum odoratum var. pluriflorum `Variegatum` SO GR T
84.) Schattenbereich mit Etagenprimeln und Meconopsis betonicifolia
in Heronswood / WA
85.) Podophyllum versipelle, ein neuer Maiapfel aus China SO GR
T A
86.) Gillenia trifoliata SO GR T A [Foto
oben]
87.) Pachysandra procumbens aus den Appalachen FL GR T
88.) Arisaema triphyllum oder `Jack in the Pulpit` SO GR T A
89.) Arisaema sikokianum aus Japan SO GR T A
90.) Aruncus dioicus (nordamerikanische Form) SO GR T A
91.) Carex `Evergold` ergibt mit Heuchera `Velvet Night` eine gute
Kombination
92.) Tiarella `Iron Butterfly` SO FL GR T
93.) Tiarella `Spanish Cross` SO FL GR T
94.) Heuchera `Strawberry Candy` und Heuchera `Velvet Night` SO
FL GR T
95.) Heuchera `Velvet Night` und Heuchera` Amber Waves´: ein
starker Kontrast FL GR T
96.) Heuchera `Velvet Night` und Heuchera `Obsidian` SO FL
GR T
97.) Heuchera `Marmalade`, ganz neu! SO GR FL T
98.) x Heucherella `Silver Streak` GR FL T
99.) x Heucherella `Cinnamon Bear` GR FL T
100.) Cimicifuga (neuerdings Actaea) in Blüte SO GR T A
101.) Hosta sieboldiana `Elegans` SO T
102.) Hosta `Great Expectations` SO GR T
103.) Hosta `Sum and Substance` SO T (Foto)
104.) Hosta `Halcyon` als Bodendecker SO GR FL T
105.) Hosta `Tokudama Aureonebulosa` SO GR T
106.) Hosta `Sagae` SO GR T
107.) Hosta `Liberty` mit Mertensia sibirica SO GR T
108.) Hosta `Striptease` SO GR T
109.) Hosta `Patriot` vor einem rotblättrigen Acer palmatum
SO GR T
110.) Hosta `Fire and Ice` SO GR T
111.) Hosta `Tattoo` SO GR T
112.) Hosta `Fortunei Albomarginata` am Wasser im Japanischen Garten
in Portland / Oregon
113.) Tricyrtis stolonifera SO GR FL T A
114.) Kirengeshoma palmata mit Anemone hupehensis SO GR T A
115.) Schattiger Hohlweg mit Hosta im Garten von Patsy Stygall in
Indianapolis / Indiana
116.) Dichte Pflanzung von Hosta im Garten von J. Harris in
Atlanta / Georgia
117.) Lichter Schatten im Chikago Botanic Garden. Im Vordergrund
Onoclea sensibilis
118.) Frühlingsstimmung in einem naturhaften Garten in Winston-Salem
/ North Carolina
119.) Halbschattiger Weg mit Pflanzen aus dem Piedmont im Mount
Cuba "middle" / Delaware
120.) Schattenpergola im Chikago Botanic Garden in Glencoe / Illinois

Copyright: Dr. Ullrich Fischer, Waterloostr. 19,
D-38106 Braunschweig.
Hier geht`s
zu seinem Pflanzenangebot!

|