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Von denen aber, die
man mit Füssen tritt und zerdrückt, gibt es 3 an der Zahl: sie
heissen Pimpernelle, Thymian und Pfefferminze. Man sollte ganze Alleen
davon ziehen, will man sich beim Lustwandeln die Lust ihres Duftes verschaffen
Es sind oft die unscheinbaren Pflänzchen, die den Weg über die Nase einschlagen, um zu wirken - statt durch auffällige Form oder Farbe entzücken sie uns mit ihrem Duft - und eignen sich für den in England schon lange beliebten "Scented Lawn", den Duftrasen. Einige der dafür geeigneten Pflanzen sind sehr widerstandsfähig – nachfolgend als "trittfest" bezeichnet, andere weniger, aber doch gelegentliches Betreten vertragend – "begehbar" genannt. Auch die trittfesten sollten nun nicht für Hauptwege strapaziert werden, aber für Verbindungen, die nicht so häufig benutzt werden, eröffnen sie neue Erlebniswelten. Nun sollte man sich allerdings nicht der Illusion hingeben, durch Duftwege oder Duftrasen weniger Arbeit zu haben als mit einem Rasen. Gut, das Mähen fällt weg, aber man muss doch sorgfältig und regelmässig auflaufende Wildkräuter zwischen den duftenden Bodendeckern entfernen – was allerdings durch das Dufterlebnis zumindest mehr Spass macht. Doch andererseits entfällt die in Staudenbeeten anfallende Abräumaktion im Herbst. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, die sich lohnt! An erster Stelle
der für einen Rasenersatz geeigneten Pflanzen steht die nichtblühende,
immergrüne
Römische Kamille (Chamaemelum nobile
'Treneague' bzw. Treneaque), (Syn. Anthemis nobilis) passenderweise
auch Laufkamille genannt (was sie aber auch fähig macht, auf eine
alte Bank gepflanzt zu werden...- die berühmteste
Duftbank
steht wohl in Sissinghurst). Sie hat nichts von der Wirkung der Kamille
verloren, bei ihr duften nur zusätzlich auch die Blätter! Die
Kamille war schon im Mittelalter eine geschätzte Heilpflanze. Heute
findet sie Verwendung in der Kosmetikindustrie und Spirituosenherstellung;
in der Aromatherapie gilt sie als hysteriedämpfend. Ein Absud aus
Laub und der Blüte ergibt ein herrlich erfrischendes Kräuterbad.
Frau Fischer-Rizzi vergleicht den Duft mit dem einer "grünen Wiese,
auf die man Blumen streuen kann und sanft dahinträumt; ein Duft, der
uns bei Nervosität und Ärger sanft beruhigt, wie warme goldene
Sonnenstrahlen unsere inneren Verspannungen löst und alte
seelische Wunden heilt." Die Laufkamille nun bildet eine dichte grüne,
trittfeste rasenähnliche Fläche, in denen Unkraut dann keine
Chance mehr hat, wenn sich der Teppich dicht geschlossen hat (!).
Die Sorte Cotula squalida bzw. Leptinella squalida ist braungrün behaart), Cotula dioica dunkelgrün, beide - unscheinbare - grünliche Blüten Juli / August, 3 cm hoch, sehr trittfest. Die zwergenhaften Pflanzen aus Neuseeland bilden flächig gepflanzt (20 Stck pro qm) einen hervorragenden Rasenersatz oder einen schönen "Nebenweg". Leider nur manchmal und nicht konstant ist ein schöner, jedoch eindeutiger Honigduft zu vernehmen, wenn man darüber läuft. Die Pflanzen breiten sich in der Sonne und im Halbschatten aus, solange genug Feuchtigkeit gegeben ist. Er wird wie Rasen bei Trockenheit etwas braun, erholt sich aber nach der Bewässerung wieder. Vor allem macht ein Cotula-Rasen wenig Arbeit, nur Rhizomunkräuter und sich von den Beeten dort selbst aussäende Pflanzen können die "Ordnung" gelegentlich stören. Bei Barfrösten kann ein Schutz vor austrockender Sonne durch Tannen- oder Fichtenzweigen nützlich sein. Umrandet von einer niedrigen Sitzmauer könnte mit dem Fiederpolster z. B. ein attraktiver Grillplatz eingerichtet werden. In England wurden früher Pflanzen wie
Waldmeister,
einjährige Chrysanthemen und Kamille als Streu für Haus und Stall
verwendet. So beschäftigte z. B. Königin Elisabeth eigens Kräuterstreuerinnen. Kalmus
(Acorus calamus, auch Ackerwurz,
Brustwurz, Magenwurz, Deutscher Ingwer) wurde auch in Ostpreussen,
im Spreewald und in anderen Gegenden als duftende Streu verwendet. Beim
Reiben oder Brechen des Rhizoms (Wurzeldufter!)
und der Blätter des Kalmus entweicht ein schwerer Geruch. Das Rhizom
enthält ein aromatisch bitteres Öl, das gerne in Kräuterlikören
verwendet wird. Im heutigen Ägypten wird Kalmus wie schon
vor Jahrtausenden als Aphrodisiakum verwendet! Verräuchert hat Kalmus
eine geistig aufhellende und stärkende Wirkung und hilft der
Steigerung der meditativen Konzentration. Vielleicht probieren Sie einmal
aus, die zerkleinerten Blätter (auch der "Variegatus-Form") als Duftstreu
auf der Terasse auszubreiten. Besonders schön ist es, barfuss
darauf herumzulaufen, wobei sich die vollwürzigen Duftschwaden voll
entfalten! Dazu braucht man natürliche einen gewissen Bestand an Pflanzen
- hier kann man sich auch Kalmuswurzeln bestellen (auch zum Räuchern!)
(Bei Minzen- oder Thymianpflanzen würde ich übrigens vom Barfusslaufen abraten, da sich oft Bienen und Hummeln darauf tummeln!). Weitere, oben nicht genannte
Pflanzen für den Duftpfad:
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