Das wahrscheinlich
populärste Lied zu Erntedank ist von Matthias Claudius:
Wir pflügen, und
wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand: er tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf und träuft, wenn
heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt
her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt,
drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!
Das Einbringen der Ernte ist in beinahe allen
Kulturen ein Grund zu einem Fest - ein uralter Brauch schon seit vorchristlicher
Zeit bei Griechen, Römern und Juden. Auch die Bibel erzählt
in einer ihrer ersten Geschichten davon, wie Kain Früchte des Feldes
opfert und Abel Jungtiere seiner Herde. 1773 wurde in Preußen erstmals ein regelmäßiger
Entedank-Tag eingeführt; für die katholische Kirche in Deutschland
legten die deutschen Bischöfe 1972 den ersten Oktobersonntag als Erntedank-Termin
fest, sprach allerdings diese Festlegung nicht verbindlich für alle
Gemeinden aus. Die evangelischen Christen begehen Erntedank am ersten Sonntag
nach dem Michaelistag, dem 29. September. Dieser Festtermin geht auf eine
Anordnung des preußischen Königs aus dem Jahre 1773 zurück.
Dabei ist zu bemerken, dass einst der Michaelistag selbst in der Art eines
Erntedankfestes begangen wurde. Seit der Zeit der Reformation sah man ihn
ihm das offizielle Ende der Erntezeit.
Die alten heidnischen Vorfahren begingen das
Fest mit grossen Opfern; war die Ernte reich ausgefallen und gut eingebracht
dankten sie Wodan dafür, dass er die Früchte des Feldes hatte
gedeihen lassen und den Menschen eine reichliche Ernte gewährt hatte. Daraus entwickelte sich das „Kirchweihfest"
(später Kirmes, Kirwe, Kirbe). In ländlichen Gegenden ist es
auch heute noch Brauch, die Früchte des Feldes, Getreide, Obst und
dergleichen auf den Altären aufszustellen, damit der Pfarrer
sie segnet. Manchmal werden auf den Feldern und Wiesen auch riesengroße
Strohpuppen aufgestellt.
Auch der an Mariä Geburt übliche Almabtrieb gehört als Dankfest zum Erntedank
im Volksbrauchtum. Blumenbekränzt werden die Tiere jedoch nur, wenn
es in diesem Jahr keine Toten im Bauernhaus gegeben hatte und das Vieh
nicht an Krankheiten litt. Die Floristik nutzt diese alten Volksbräuche,
in dem sie entsprechende Kränze für den Wohnraum anbietet.
In den USA wird der „Thanksgiving Day“ am vierten
Donnerstag im November gefeiert und ist ein staatlicher Feiertag; dort
erinnert das Fest an das erste
Erntedankfest der Pilgerväter.
Die Zahl der Landwirte ist im letzten Jahrzehnt
so stark zurückgegangen, daß immer weniger Menschen einen direkten
Bezug zum Einbringen der Ernte haben, es sei denn, sie seien Kleingärtner.
Das Entedankfest ist eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, daß
wir ein Teil der Natur sind, selbst wenn wir in beängstigender Weise
eingreifen. Vielleicht können wir mit den uns zur Verfügung gestellten
Materialien umgehen, aber sie selber schaffen können wir nicht.
Alle Tische stehen leer, schafft die Bauernfaust nichts her.
Wollt ihr fröhlich essen dürft ihr nicht vergessen, wieviel Sonne, Regen, Wind vorerst not gewesen sind, bis euch diese Gaben nun erlaben. Dankt drum Sonne, Wind und Regen für den Segen
Alle gute Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von Dir, wir danken dir dafür (Tischgebet)