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Gartenkalender Januar  Thema WinterDer etwas andere "Gartenkalender" Monatsbild Stundenbuch des Herzogs von Berry Januar
Monatsaktuelle Gartengedichte, Zitate, gärtnerisches Brauchtum, Gartentipps, (jährlich aktuelle) Gedenktage, Geburtstage und Todestage bekannter Persönlichkeiten aus der Gartenwelt u.v.m.

1.- 15. Januar - weiter zur zweiten Monatshälfte

Monatsthema: WinterMonatsthema: Winter

Mit Musik: Tschaikovsky January At the Fireside © B. Krueger Januarius kommt von Janus, dem römischen Gott des Eingangs und des Ausgangs, der zwei Gesichter hatte, mit denen er sowohl in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft blicken konnte; die altgermanische Bezeichnung ist Thormanoth.
Hartung kommt vom althochdeutschen „hartimanod“ was soviel bedeutet wie: hart = viel Kälte, harte Winterzeit. Aber auch: Dreikönigsmond, Schneemond, Schneemonat, Eismond, Eismonat und Wintermonat sind bekannte Volksnamen.
Jänner oder Jenner ist in Österreich gebräuchlich.

Im Januar pflegt der Gärtner hauptsächlich das Wetter (Karel Capek)
Und er studiert die neuen Kataloge!
Rezept des Monats: Chicoree-Salat
Bücherliste des Monats: Winterlektüre: Unterhaltende Romane für Gartenfreunde

"Winterrosen"
Gartentipp: Jetzt an die Vögel denken!
Wildvogelfutter 30 Knödel im Eimer


1.
wünsche ich allen Besuchern - auf daß sich all Ihre Wünsche erfüllen mögen!

Neujahrstag

In weiten Teilen Europas gelten Speisen aus Schweinefleisch als regelrechte Glücksbringer - als Süßigkeit verzehrt man Marzipanschweinchen -, aber auch Backwaren wie Früchtebrot oder die so genannten Neujahrsbrote, in die oft einzelne Münzen eingebacken werden. Geflügel sollte dagegen zu Neujahr auf keinen Fall verzehrt werden, da das Glück sonst davon fliegt. Der Genuss von Linsen, Erbsen, Möhren oder Sauerkraut am Neujahrstag soll dafür sorgen, daß das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgehen wird. Mehr zum Neujahrstag

Siegfried August Mahlmann (1771-1826)

Weg mit den Grillen und Sorgen! [Auszug]
Flüchtig verrinnen die Jahre!
Schnell von der Wiege zur Bahre
Trägt uns der Fittich der Zeit.
Noch sind die Tage der Rosen,
Schmeichelnde Lüfte umkosen,
Busen und Wangen uns heut.
Brüder, genießt die Zeit!

Weitere Neujahrsgedichte- und wünsche

2.

Berchtoldstag

Dieser Tag geht angeblich zurück auf die alte nordische Gottheit Perchta bzw. auf die germanische Göttin Berchta (= "Leuchtende"), die die zur Winterszeit wieder aufstrebende Sonne symbolisiert. Die sogenannten "Perchtenläufe" gibt es fast nur noch im Alpenraum, hauptsächlich in der Schweiz. Dabei wird das Gefolge der Göttin von Menschen in Gestalt symbolisierter Naturgeister dargestellt, die die als lebensbedrohlich empfundenen Kräfte des Winters vertreiben helfen sollen. Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der der Winter - bzw. die bösen Geister des Winters - "ausgetrieben" werden wird.

Waldmännchentag am 2.1.

Beim Waldmännchentag handelt sich um eine tief verwurzelte heidnische Tradition, die vor allem in der hessisch-thüringischen Grenzregion, im Hainich und im Eichsfeld verbreitet war (ist). Nach altem Volksglauben galt der 2. Januar als Unglückstag, an dem alle Waldarbeiten unterbleibe mußte. Dies wurde als Schlägelstag ab dem 15. Jahrhundert auch auf die Arbeit im Bergwerk, in den Schächten am Hohen Meißner und im Richelsdorfer Gebirge ausgedehnt. Der Tag fällt in die Zeit der Rauhnächte, an denen man stets mit Spukerscheinungen rechnen musste. Bei Mißachtung dieses Verbotes traf man im Wald auf das Waldmännchen, eine Art Waldschrat oder Kobold, welcher sich in seiner Winterruhe gestört fühlte und mit grimmiger Rachsucht, oft auch mit dem Tode strafte. Heute deshalb der Hinweis auf Literatur zum "zauberhaften" Wald

3.

Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.) geboren am 3. 1.

Wenn Du ein Gärtchen hast
und eine Bibliothek
so wird Dir nichts fehlen.

Buchtipp:
Cicero zum Vergnügen hrsg. v. Marion Giebel


4.

Jakob Ludwig Karl Grimm (1785-1863) geboren am 4.1.

Schneeweißchen und Rosenrot [Auszug]
Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot. [...] Im Sommer besorgte Rosenrot das Haus und stellte der Mutter jeden Morgen, ehe sie aufwachte einen Blumenstrauß vors Bett, darin war von jedem Bäumchen eine Rose.

Das ganze Märchen lesen
Jakob Grimm war ein deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Jurist und gilt als Begründer der deutschen Philologie und Altertumswissenschaft. Lebenslauf und Werk waren eng mit denen seines jüngeren Bruders Wilhelm verbunden, worauf die oft gebrauchte Bezeichnung Gebrüder bzw. Brüder Grimm hinweist. Berühmt wurden die in Hanau geborenen Brüder durch die Arbeit am "Deutschen Wörterbuch" (ab 1838) und ihre Sammlung "Kinder- und Hausmärchen" (2 Bde., 1812-1815). Der jüngere Bruder Emil Grimm illustrierte die Märchen.
Märchen der Gebrüder Grimm / Märchenbücher

5.

Konrad Adenauer (1876-1967) geboren am 5.1.

In meinem Rhöndorfer Garten
finde ich nach getaner politischer Arbeit Entspannung,
Ruhe und neue Kraft für kommende Aufgaben,
die mich erwarten,
und hier auch wird mir stets wieder bewußt,
was die Natur uns zu lehren vermag – man muß Geduld haben,
wenn man etwas erreichen will,
in der Natur und in der Politik.

(Quelle)
Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland pflegte um sein Wohnhaus in Rhöndorf einen großen Garten mit einer südländisch anmutenden Vielfalt von Pflanzen, Plastiken und Brunnen sowie vor allem Rosen. Er war ein großer Rosenfreund und ihm wurde deshalb eine Rose gewidmet Konrad Adenauer
Linktipp: Konrad-Adenauer-Garten Rhöndorf

6.

Dreikönigstag (Dreikönige, Heilig Drei Könige Epiphany)

Die heil'gen Drei Könige aus dem Morgenland,

Sie frugen in jedem Städtchen:

"Wo geht der Weg nach Bethlehem,
Ihr lieben Buben und Mädchen?"
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
Die Könige zogen weiter,
Sie folgen einem goldenen Stern,
Der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern blieb steh'n über Josefs Haus,
Da sind sie hineingegangen;
Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,
Die heil'gen Drei Könige sangen.
(Heinrich Heine, 1797-1856)

7.

Otto Friedrich Gruppe (15.4.1804-7.1.1876) gestorben am 7.1.

Gebrochenes Herz

Die Rosen und die Nelken
Und Flieder und Jasmin,
Die müssen wohl verwelken
Und müssen wohl verblühn.

Die Lieb' ist Gab' und Güte,
Die Lieb' ist keine Pflicht,
Die Lieb' ist eine Blüte -
Verblüht und bleibet nicht.

Die Rosen und der Flieder
Und Nelken und Jasmin,
Die kommen alle wieder,
Und werden wieder blühn.

Nur nicht die Lieb' und Treue,
Wenn sie verloren ist,
Es keimt kein Herz aufs Neue,
Das schon gebrochen ist.

Monatsthema: WinterJoseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab nichts, was mich freuet,
Verlassen steht ein Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künftger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.


8.

Marco Polo (vermutl. 1254-1324) gestorben am 8.1.

Ich habe nicht die Hälfte von dem erzählt, was ich gesehen habe, weil keiner mir geglaubt hätte.
(Letzte Worte, 8. 1. 1324)
Der Venezianer Marco Polo wurde durch die Berichte über seine zwei Jahrzehnte lange Asien-Reise bekannt. Es ist die berühmteste Reise der Geschichte und die geschilderten Abenteuer, fremden Bräuche und kulturellen Besonderheiten sind so fantastisch, dass manche seiner Zeitgenossen sie für erfunden hielten. Buchtipp: Die Wunder der Welt. Die Reise nach China an den Hof des Kublai Khan von Marco Polo.

Monatsthema: WinterFriedrich von Weber (1813-1894)

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

9.

Karel Capek (1890-1938) geboren am 9.1.

Der Sohn eines Landarztes war journalistisch tätig an einer Prager Zeitung; Feuilletons, Reiseberichte, Theaterkritiken wechselten einander ab.
"Allen sonstigen Meinungen zum Trotz entsteht ein Gärtner weder aus Samen noch aus Schößlingen, Zwiebeln, Knollen oder Ablegern, er wächst einzig und allein durch die Erfahrung, durch die Umgebung und durch Naturbedingungen". Dieses humorvolle Zitat aus dem Buch Das Jahr des Gärtners des tschechischen, politisch engagierten Schriftstellers Karel Capek, 1929 geschrieben, 1932 in deutsch erschienen, zeigt schon, daß es um die wohl humorvollste, aber kenntnisreiche Darstellung eines Gärtners aus Leidenschaft geht. In einer politisch aufrührigen Zeit erzählt er von seinem Gärtchen - um zu übertönen? Es ist kein Gartenbuch im üblichen Sinn, das praktische Ratschläge gibt (obwohl eigentlich - versteckt - doch!), sondern hier geht es in 26 Kapiteln um die oft wunderlichen Eigenschaften des „Gärtners / der Gärtnerin, mit denen man sich so gut identifizieren kann. Gartenhumor pur! Mehr über Karel Capek

Kurt Tucholsky (1890-1935) - geboren am 9.1.

Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele. Der Himmel war weiß gefleckt; wenn man von der Sonne recht schön angebraten war, kam eine Wolke, ein leichter Wind lief daher und es wurde ein wenig kühl.
(aus: Schloß Gripsholm, Eine Sommergeschichte)

Das Schloß Gripsholm im schwedischen Mariefred wurde vor allem durch den Roman des politisch engagierten deutschen jüdischen Journalisten und Schriftstellers Kurt Tucholsky "Schloß Gripsholm Eine Sommergeschichte" bekannt, der 1963 mit Walter Giller, Hanns Lothar und Nadja Tiller in den Hauptrollen verfilmt wurde. Tucholsky emigrierte 1930 nach Schweden; 1933 verbrannten die Nationalsozialisten seine Bücher und erkannten ihm die deutsche Staatsangehörigkeit ab.

10.

Coco Chanel (1883-1971) gestorben am 10.1.

Coco Chanel (eigentl. Gabrielle Chasnel 19.8.1883-10.1.1971), die französische Modedesignerin und Begründerin des Chanel-Modeimperiums, eine bedeutende Persönlichkeit der Mode-Geschichte des 20. Jahrhunderts, war die Erfinderin des "Kleinen Schwarzen", eine wichtige Persönlichkeit der Mode-Geschichte des 20. Jahrhunderts. Doch auch das Chanel Parfum "Chanel Nº 5", 1921 kreiiert, kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Es gilt als der erfolgreichste Damenduft aller Zeiten und ist auch heute noch weltweit in den Top 10 der meistverkauften Parfüms vertreten. Es war das erste verbreitete Parfum, das nicht nach Blumen roch, sondern durch eine sogenannte Aldehydnote geprägt war. Das Extrait Parfum enthält als eines der letzten Parfüms noch Jasmin und Mairose aus eigener Produktion in Grasse, welche die blumige Herznote bilden.

11.

Monatsthema: WinterJohann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Man läßt den Winter sich noch gefallen.
Man glaubt, sich freier auszubreiten,
wenn die Bäume so geisterhaft,
so durchsichtig vor uns stehen.
Sie sind nicht, aber sie decken auch nichts zu.

12.

Elizabeth Cleghorn Gaskell (1810-1865) gestorben am 12.1.

"Cranford" ist ein - auch verfilmter - Roman der britischen Schriftstellerin Elizabeth Cleghorn Gaskell. Die Erzählerin Mary Smith schildert in Episoden das Leben der Bewohner, insbesondere der Bewohnerinnen, des kleinen beschaulichen Örtchens, einem fiktiven Ort in England. Gaskell schrieb, seit 1850 mit der Schriftstellerin Charlotte Bronté (1816-1855) befreundet, nach deren Tod die erste Biografie über sie, die als eine der wichtigsten englischen Biografien des 19. Jahrhunderts gilt.

13.

Monatsthema: WinterRainer Maria Rilke (1875-1926)

Es treibt der Wind im Winterwalde

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus;
den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin,
bereit und wehrt dem Wind
und wächst engegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

14.

Pierre Loti (1850-1923) geboren am 14.1.

In der Luft zittert gleichsam der Rausch des Lenzes; es ist die große Schönheit des persischen Frühlings, die so bald vor dem sengenden Sommer entflieht, es ist die wilde Begeisterung der Rosenzeit zu Ispahan, die nicht schnell genug ihre Säfte verschwenden kann, die in wenigen Tagen alle ihre Blüten, ihren ganzen Wohlgeruch ausströmen muß.

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Erzählende Buchtipps des Monats:

Keltisches Baumhoroskop:

Apfelbaum 1. 1.
Tanne 2. 1.– 11. 1.
Ulme 12. 1. - 24. 1.
Zypresse 25. 1. – 31. 1.

Tierkreiszeichen des Monats:
Steinbock

21./22. Dezember–20. Januar
Der Steinbock ist korrekt und diszipliniert. Attribut: Strelizie (steht als Symbol für Korrektheit und Disziplin). Tanne, Kiefer, Efeu, Farne, Wicken, Wucherblumen, Stiefmütterchen, Edelweiß, Enzian, Kornblumen, Veilchen. Liebt Fliederduft.

Wassermann

20. Januar–18./19. Februar
Der Wassermann ist neugierig, freiheitsliebend, offen für Neues. Attribut: Schneeglöckchen (bietet in Freiheit, also am Naturstandort seine schönste Pracht und so läuft der Wassermann "frei" zur Höchstform auf). Lärche, Hopfen, Orchideen, Krokusse, Azaleen, Hortensien, Misteln, Mohn. Liebt Maiglöckchenduft.

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© Text und Design: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger
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Aktualisiert am 15.09.2016