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Capek, Karel (9.1.1890-1938) Tschechischer Schriftsteller
Der Sohn eines Landarztes war journalistisch tätig an einer
Prager Zeitung; Feuilletons, Reiseberichte, Theaterkritiken wechselten
einander ab. Er schrieb etliche Bücher - humorvolle Reiseberichte,
liebenswürdige Geschichte,, Dramen- und wohl am bekanntesten - phantastisch-utopische
Romane. In seinem Roman R.U.R (d.h. Rossums Universal Robots, Name
eines amerikanischen Imperiums, das "Roboter" baut) führte er 1920
den eigentlich von seinem Bruder Josef Capek (1887-1945) geschaffenen Begriff
"Roboter" in die Sprachen der Welt ein. Auch in anderen Büchern reagierte
er auf mögliche schicksalhafte Konflikte von Menschen im technischen
Zeitalter und bewertete sie von einem humanistischen Standpunkt. Karel
Capek war ein strikter Antifaschist; vor allem in seinem Schauspiel "Die
weiße Krankheit" (1937) rechnete er mit dem Faschismus ab.
Bis zu seinem Tode war er einer der populärsten tchechischen Schriftsteller
und auch im Ausland bekannt; nach dem 2. Weltkrieg wurden seine Werke für
einige Zeit totgeschwiegen.
Karel`s Buch "Das
Jahr des Gärtners", 1929 geschrieben, 1932 in deutsch erschienen,
ist die wohl humorvollste Darstellung eines Gärtners aus Leidenschaft.
"Allen sonstigen Meinungen zum Trotz entsteht ein Gärtner weder
aus Samen noch aus Schößlingen, Zwiebeln, Knollen oder Ablegern,
er wächst einzig und allein durch die Erfahrung, durch die Umgebung
und durch Naturbedingungen". Dieses humorvolle Zitat aus dem Buch des tschechischen,
politisch engagierten Schriftstellers Karel Capek, 1929 geschrieben,
1932 in deutsch erschienen, zeigt schon, daß es um die wohl humorvollste,
aber kenntnisreiche Darstellung eines Gärtners aus Leidenschaft geht.
In einer politisch aufrührigen Zeit erzählt er von seinem Gärtchen
- um zu übertönen? Es ist kein Gartenbuch im üblichen Sinn,
das praktische Ratschlage gibt (obwohl eigentlich - versteckt - doch!),
sondern hier geht es in 26 Kapiteln um die oft wunderlichen Eigenschaften
des„Gärtners / der Gärtnerin, mit denen man sich so gut identifizieren
kann. Gartenhumor pur! Capek, der Sohn eines Landarztes war journalistisch
tätig an einer Prager Zeitung; Feuilletons, Reiseberichte, Theaterkritiken
wechselten einander ab. Er schrieb etliche Bücher - humorvolle Reiseberichte,
liebenswürdige Geschichte, Dramen und - wohl am bekanntesten - phantastisch-utopische
Romane. Bis zu seinem Tode war er einer der populärsten tchechischen
Schriftsteller und auch im Ausland bekannt; nach dem 2. Weltkrieg wurden
seine Werke dann für einige Zeit totgeschwiegen. Illustriert
werden seine kleinen Geschichten von den pointierten Zeichnungen des Malers
und Grafikers Josef Capek (1887 – 1945), dem Bruder des Autoren.
"Er starb, stellten die Ärzte fest, an Angina pectoris. Er
starb, stellten die Chronisten fest, an der Vernichtung Österreichs
durch das "Dritte Reich". Als er am Morgen nach dem Einmarsch der Reichstruppen
in Wien die Zeitung öffnete, versagte sein krankes Herz. Seine Anthologie
neuer frz. Pösie trotz kaiserl.-königl. Zensur und nach Überwindung
unzähliger Schwierigkeiten veröffentlicht, hat die ganze junge
Dichtergeneration der Tschechen entscheidend beeinflupt. Sein Stück
Die "Mutter" ist zum selben Zeitpunkt konzipiert worden, wie Bertholt Brechts
"Gewehre der Frau Carrar" - Capek wußte nichts von der Absicht Brechts,
Brecht nichts von der Absicht Capeks. In Prag und Svendborg entstanden
zur gleichen Zeit zwei verschiedene Dramen mit dem gleichen Stoff -
geschöpft aus der Geschichte des großen Freiheitskampfes unserer
Tage"
(Aus "Nova svobeda, 19.1.1939" unter dem Zeichen KV)
"Er, der sich selbst ängstlich als "friedlicher Kleingärtner"
darstellt, wurde zum kämpferischen Symbol für jene, mit denen
er nicht gerechnet hatte. Und eigentlich ist das kein Paradox,. Die für
die Freiheit kämpfen sind Erben der gesamten Schöpfung, die zu
leben wert ist"
(Aus: "Das Wort", Heft 3, März 1939 Moskau)
Linktipps
Ausführliche
Biographie (engl.)
Briefmarke
zu
Ehren Karel Capeks
Foto:
Grab in Prag
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Aktualisiert am 23.05.2013
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