Lenné, Peter Josef (29.9.1789 -1866) preußischer Gartenkünstler und Landschaftsarchitekt des deutschen Klassizismus
Lenné gilt - neben Fürst
Pückler-Muskau, Friedrich Ludwig Sckell und Johann Friedrich Eyserbeck
- als der bedeutenste deutsche Landschaftsgärtner. Er stammte aus
einer traditionsreichen Gärtnerfamilie aus dem belgischen
Liege (Lüttich), die nachweisbar seit 1665 in Poppelsdorf (Bonn)
lebte und seit Generationen den Hofgärtnerposten in Bonn bekleidete.
Den Gärtnerberuf erlernte er im Brühler Schlossgarten bei seinem
Vater und seinem Onkel, dem Hofgärtner Josef Clemens Weyhe und ging
dann auf Wanderschaft, die ihn u. a. in den Pariser Jardin des Plantes
führte. In Paris wurde er unter Gabriel Thouin, dem damals berühmtesten
Gartenarchitekten Europas, zum Gartenbaumeister und studierte an
der École Polytechnique Architektur (was ihm später als
Stadtplaner in Berlin und in der Zusammenarbeit mit dem Architekten Karl
Friedrich Schinkel von Nutzen sein sollte). Es folgten Reisen nach
München, in die Schweiz und nach Wien, bis er 1815 wieder ins heimatliche
Rheinland zurückkehrte. Ein Jahr später beginnt seine eigentliche
Karriere mit der Anstellung als Gartengeselle in Potsdam. Sein Dienstherr,
König Friedrich Wilhelm III., finanzierte ihm 1822 einen Aufenthalt
in England, damals Europas führender Gartennation. Von dort zurückgekehrt
stieg Lenné zum Gartendirektor in Potsdam auf, 1854 dann zum Generealdirektor
der königlich-preußischen Gärten.
Er gehörte 1823 zu den Gründungsmitgliedern
der Gärtnerlehranstalt
in Potsdam-Wildpark, die später nach Berlin-Dahlem verlegt wurde.
Aus dieser Lehranstalt ging die Hochschulausbildung für Garten- und
Landschaftsarchitektur in Berlin hervor. Die entsprechenden Ausbildungszweige
entstanden 1929 an der Landwirtschaftlichen Hochschule und wurden 1934
der heutigen Humboldt-Universität angegliedert. Anfang der 50er Jahre
wurde als Folge der Spaltung der Stadt ein zweiter Lehrstuhl an der Technischen
Hochschule (heute TU Berlin) eingerichtet. Die Staudenpflanzungen und die
prächtigen Gehölze, die z. T. noch aus den Anfangsjahren stammen,
machen das heutige Gartendenkmal in der Königin-Luise-Str. 22
zu einer der sehenswertesten Gartenschöpfungen der Jahrhundertwende
in Berlin. Lenné gestaltete die Parks preußischer
Schlösser im klassisch-englischen Landschaftsstil , prägte vor
allem das Gesicht Berlins (Weblink)
und Potsdams: Schloss Charlottenburg, Babelsberg, Schloss Sanssouci, der
Neue Garten und der Park zum Schloß Cecilienhof, Marlygarten, Schloßpark
Glienicke, Pfaueninsel und die Bornimer
Feldflur (im Rahmen der BUGA 2001 rekonstruiert). Sein
landschaftskünstlerisches Werk bildet einen wesentlichen Teil der
Berlin-Potsdamer
Kulturlandschaft, die von der Pfaueninsel bis nach Werder reicht. Es
steht, seit die gesamte Landschaft 1990 zum Weltkulturerbe ernannt wurde,
unter dem Schutz der UNESCO. Aber er entwarf auch Parkanlagen in Leipzig
( z.B. der Johannapark
und der sogenannte Schillerpark)
, Dresden (Gartenanlage
des Zoos), Frankfurt a. O. (Lennepark) und in anderen Städten.
1824 entstand mit dem Magdeburger
Klosterberge-Garten der erste Volksgarten Deutschlands, er entwarf
den Garten der Kölner
Flora und die Rheinanlagen
bei Koblenz. Charakteristische Merkmale seiner Landschaftsgestaltungen
sind die vielfältigen Sichtachsen, mit denen er die einzelnen Parkanlagen
optisch miteinander verband und deren Bauwerke durch diese Sichtlinien
wirkungsvoll in Szene setzte. Die Sichtschneisen nahm er als Ausgangspunkt
für die Anlage verschlungener Wege und Gartenflächen, in denen
er mit exotischen Pflanzen Akzente setzte. Seine letzte Ruhestätte fand er
nach seinem Tod am 23.1.1866 auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam.