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Basilius Besler war Besitzer der Apotheke "Zum
Marienbild" in Nürnberg sowie eines eigenen botanischen Gartens und
eines Naturalienkabinettes. Er erhielt 1597 von Johann Konrad von Gemmingen,
Bischof von Eichstätt den Auftrag, auf dem Gelände der Willibaldsburg
enen botanischen Garten anzulegen. Mit der Unterstützung der Ärzte
Joachim Camarius und Ludwig Jungermann und dem berühmten Karl Clusius,
der den Residenzgarten in Wien angelegt hatte, pflanzte er in 8 Terassen
auf ca. 1 ha den schon zu seinen Zeiten berühmten Garten.
Die 1084 Pflanzen stellt er mit 367 großformatigen Kupferstichen in seinem Werk „Hortus Eystettensis“ auf 850 Seiten zumeist in natürlicher Größe wieder; als Ordnungsprinzip nahm er die saisonale Abfolge von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Besler war kein Wissenschaftler, deshalb beschränkte er sich darauf, für jede Pflanze die Fundstelle in der Fachliteratur anzugeben (Camerarius, Clusius, Bauhin, Fuchs, Tabernaemontanus, Lobelius usw.) und sie mit ihrem lateinischen und altdeutschen Namen zu bezeichnen. Das Werk zeigt 349 deutsche, 209 süd- und südosteuropäische, 63 asiatische, 9 afrikanische und 23 amerikanische Arten. Der "Hortus Eysttensis", erschienen in einer Auflage von 300 Stück, war 1613 die erste Ausgabe des modernsten Pflanzenbuches seiner Zeit und gibt den Stand vor dem eigentlichen Einzug der überseeischen Flora wieder. Auffallend ist die verhältnismäßig große Anzahl der Tulpen und anderer Blumenzwiebeln; der Kaiserkrone ist sogar eine Doppeltafel gewidmet. Sein Werk zählt zu den großen Kostbarkeiten der botanischen Literatur. Während der ursprüngliche Garten im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, blieb sein Pflanzenreichtum durch dieses prachtvoll gezeichnete und gestochene Inventarium von 1613 der Nachwelt überliefert und so gibt es seit ein paar Jahren durch die Bemühungen des Landschaftspflegeexperten Bernd Ringholz aus Ansbach auf der Willibaldsburg den rekonstruierten Bastionsgarten mit den Pflanzen Beslers. Auf 2000 Quadratmetern reihen sich Beete seinem Buchinhalt entsprechend aneinander und formen sich zu einem Bild jener Pflanzenwelt, die schon die Menschen der Renaissance begeisterte. Buchtipps
367 Farbtafeln faksimiliert; Großformat. Nachdruck-Prachtausgabe nach der handkolorierten Erstausgabe (1613) mit einem Vorwort von D. Dressendörfer und K. W. Littger. Im Anhang Beschreibungen zu den abgebildeten Pflanzen. Nachdruck nach der handkolorierten Erstausgabe (1613) - preiswerte Ausgabe des Werkes Sämtliche Bildtafeln abgebildet, kommentiert und n seinen historischkulturellen Kontext eingeordnet von Prof. Dr. Werner Dressendörfer (Bamberg), Dr. Klaus Walter Littger (Eichstätt), Prof. Alessandro Menghini (Perugia), Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller-Jahnke (Heidelberg) und Duilio Contin. Links |
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