Mit Musik... | Sitemap | Suchen | Gartenforum | Gartenblog | Kontakt | Persönliches | Sitemap | Altmann | Benary | Besler | Bougainville | Busch | Capek | Chamisso | Dahl | Darwin | Fish | Foerster | Fuchs | Goethe | Hesse | Hildegard von Bingen | Humboldt L`Aigle | Jekyll | Lenné | Linne | Le Notre | Liebermann | Linné | Mendel | Merian | Paracelsus | Paxton | Pückler-Muskau | Schiller | Schmidt | Schreber | Siesmayer | weitere |
| Zusammen mit Goethe wurde Friedrich Schiller
zum Inbegriff der Weimarer Klassik. Er war Dramatiker, Lyriker, Erzähler,
Historiker, Philosoph, Journalist, Redakteur, Übersetzer und Herausgeber.
1759 als einziger Sohn neben fünf Schwestern in Marbach geboren, studierte
er zunächst Medizin. 1773 auf herzoglichen Befehl und gegen den Willen
der Eltern Eintritt in die Militärakademie Karlsschule. Dann
begann er mit dem Rechtsstudium. Als 1775 die Akademie von Schloss
Solitude in die Innenstadt von Stuttgart verlegt wurde und erst im Jahre
1781 zur Universität erhoben wurde, wechselte Schiller das Studienfach
und wandte sich der Medizin zu.
1782 wurde das 1780 entstandene Theaterstück "Die Räuber", das er auf eigene Kosten drucken ließ, im Januar 1782 in Mannheim uraufgeführt. Sein Stück brachte ihm dort Arrest und Schreibverbot ein, aber es gelang ihm zu flüchten.. Auf Einladung des Theaterintendanten Dalberg trat er im Juli 1783 in Mannheim die Stelle eines Theaterdichters an. Nach kurzem Aufenthalt in Gohlis bei Leipzig bezog Schiller am 11. September 1785 in Loschwitz einen kleinen Pavillon, das heute sogenannte "Schillerhäuschen"in einem der Villenvororte Dresdens, der bis heute bevorzugte Wohngegend von Künstlern ist. Damals war es noch umgeben von Weinbergen und bot einen herrlichen Blick auf die Elbe und das Sommerhaus von Schillers Freund Christian Körner. Heute begrenzt der gelbe, fast quadratische Pavillon mit seinem charakteristischen Dach eine weitläufige private Parkanlage mit hohen Bäumen zur Schillerstraße. "Die Elbe bildet eine romantische Natur um sich her, und eine schwere Aehnlichkeit dieser Gegend mit dem Tummelplatz meiner frühen dichterischen Kindheit macht mir sie dreifach theuer. Meißen, Dresden und seine Gegenden gleichen ganz in die Familie meiner vaterländischen Fluren." Begeistert schildert er auch in einem Brief am 13. September 1785 sein neues Quartier: „Was bisher meine heißesten Wünsche
erzielten, hab ich nun endlich erlangt. Ich bin hier im Schooße unserer
lieben, aufgehoben wie im Himmel [...] Abends gegen fünf fuhren wir
nach dem Weinberge, unterwegs fand ich die himmlischste Gegend [...]. Am
Fuße des Berges liegt das Wohnhauß [...]. Am Hauß ist
ein niedlicher kleiner Garten und oben auf der Höhe des Weinbergs
steht noch ein artiges Gartenhäußchen. Die Aussicht von diesem
und der Untergang der Sonne soll ganz zum Entzücken seyn. Alles hier
herum wimmelt von Weinbergen, Landhäußchen und Gütern.".
Das Jahr 1787 führte ihn nach Weimar.
Dort lernte er seine spätere Frau Charlotte von Lengenfeld
kennen, mit der er vier Kinder hatte.
1790 heiratet er Charlotte von Lengefeld (1766-1826). "Es lebt sich doch ganz anders an der Seite einer lieben Frau, als so verlassen und allein – auch im Sommer. Jetzt erst genieße ich die schöne Natur ganz und lebe in ihr". 1794 lernte Schiller den Verleger Friedrich Cotta kennen, der die Monatszeitschrift "Die Horen" und den "Musenalmanach" (erschien 1796 bis 1800) herausgab. An der Zeitschrift Die Horen wirkten die berühmtesten Schriftsteller und Philosophen der Zeit mit. Dazu gehörten unter anderem Herder, Fichte, August Wilhelm Schlegel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Johann Heinrich Voß und Friedrich Hölderlin. Von Goethe erwirkte Schiller die Zusage, sich an den Horen zu beteiligen, und es entwickelte sich ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen den beiden; im September dieses Jahres verbrachte Schiller zwei Wochen in Goethes Haus. Die viel zitierte Anekdote, Schiller habe nur beim Geruch fauler Äpfel dichten können, stammt übrigens von Goethe. 1797 bis 1799 wohnte Schiller mit seiner Frau
Charlotte, den zwei kleinen Söhnen und drei Dienstboten in den Sommermonaten
in seinem "Gartenhaus" in Jena. Als Hauptwohnung nutze Schiller, der an
der Universität als Geschichtsprofessor lehrte, verschiedene Jenaer
Mietwohnungen in der Innenstadt, von denen aber keine erhalten ist. Schiller
Gartenhaus ist somit die einzige in Jena erhaltene Wohnstätte Friedrich
Schillers. In der äußersten südwestlichen Ecke des Gartens
ließ Schiller 1798 ein Türmchen bauen. Im unteren Bereich war
ein Bad eingerichtet und in der ersten Etage befand sich ein kleines Arbeitszimmer
für den Dichter. Dort hatte er Ruhe zur Arbeit und einen herrlichen
Ausblick auf die Umgebung Jenas. Goethe nannte den Turm Schillers "Gartenzinne",
weil er wie eine Zinne auf der Mauer stand. Um die Zinne herum gediehen
im Garten reichlich Obst, Gemüse, Kräuter und Blumen, vor allem
mit Spargel, Kartoffeln und Mangold. Unter einer Pergola steht bis heute
ein großer runder Steintisch, an dem Schiller mit zahlreichen Gästen,
allen voran Goethe saß und den Sommer genoss. Goethe sollte später
über diesen Ort sagen: „In dieser Laube haben wir oft an diesem
alten Steintisch gesessen und so manches gute und große Wort miteinander
gewechselt“ (1827 an Eckermann).
"Ich fühle bei meinem kleinen Besitztum, wie viel Freude es gewährt, für sich und die Seinigen jetzt ein Stück Erde in Anspruch zu nehmen", schrieb er in einem Brief an Goethe. 1978/79 wurde die "Gartenzinne" auf Veranlassung des damaligen Universitäts-Kustos Prof. Dr. Günter Steiger originalgetreu wieder aufgebaut. "Die ursprüngliche Anlage des Gartens mit allen wesentlichen Details der Gartengestaltung überliefert uns eine 1799 angefertigte aquarellierte Federzeichnung auf Karton", schreibt Thomas Pester in seinem Buch (siehe unten Buchtipps). Doch der historische Garten ist nicht nur eine wertvolle gartendenkmalpflegerische Quelle, sondern ein wichtiges Lebenszeugnis der Jahre 1797 bis 1799. Goethe nannte Schillers Gartengrundstück "einen Platz von unschätzbarem klassischen Wert", da hier Werke wie "Wallenstein" oder "Maria Stuart" entstanden (Quelle: Schillers Jenaer Garten - ein Lebenszeugnis des Dichters) 1799 siedelte Schiller mit seiner Familie endgültig nach Weimar über, gab allerdings das Jenaer Gartenhaus erst 1801 endgültig auf. Es entstand das" Lied von der Glocke" und er vollendete seine Wallenstein-Trilogie. Als Mitarbeiter des Weimarer Theaters schrieb Schiller in rascher Abfolge die Stücke „Jungfrau von Orleans“ (1801), „Braut von Messina“ (1803) und „Wilhelm Tell“, das Schauspiel mit der legendären Apfelschuss-Szene. (1804). Am 16. November 1802 erhielt Schiller das Adelsdiplom; er durfte sich jetzt Friedrich von Schiller nennen. Am 9. Mai 1805 starb der Dichter an einer vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufenen akuten Lungenentzündung in Weimar. Die sterblichen Überreste wurden am 16. Dezember 1827 in die Fürstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof überführt, wo später auch Goethe auf eigenen Wunsch „an Schillers Seite“ bestattet wurde. Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schiller wurde auf einer erhöht gepflasterten Fläche am Schillerplatz in Dresden-Blasewitz eine Gedenklinde gepflanzt. Umrahmt von einer Rundbank ist die Linde ein attraktiver Mittelpunkt für die hier stattfindenden Wochenmärkte. Schiller-Zitate
und Gedichte
|
- zu diesem Preis "das" Mitbringsel im Schillerjahr |
© Text und Design 1999-2010: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger | URL: http://www.garten-literatur.de