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Franz Heinrich Siesmayer (26.4.1817- 22. 12.1900) Gartenarchitekt 
Der talentierte, gottesfürchtige "Selfmademan",
Gärtner, Handelsgärtner und Gartenarchitekt war einer der ersten
Absolventen der von Lenné gegründeten Gartenbaulehranstalt
in Potsdam und arbeitete sich vom Handelsgärtner zum königlich-preußischen
Gartenarchitekten empor. Mit seinem Bruder Nikolaus (1815-1898) gründete
er das Familienunternehmen "Gebrüder Siesmayer"; Firmensitz war in
Frankfurt-Bockenheim an der Bockenheimer Schloßstraße - heute
ebenso bebaut wie seine große
Musterbaumschule in Bad Vilbel, die er als „Elisabethenhain“ anlegen
ließ. Aus Beständen der zu diesem Zeitpunkt schon in Konkurs
gegangenen Baumschule Gebr. Siesmayer wurde zu Beginn der 30er Jahre der
Kurpark
in Vilbel bestückt.
In Bad Nauheim konnte sich sein Sohn Philipp
(1862 - 1935), der z. B. Teile des Kurparks in Bad Soden angelegt hatte
und dem der dt. Züchter Lambert 1908 die gelbe Rose 'Frau Phillip
Siesmayer' widmete, noch bis zu seinem Tode als fachlicher Berater betätigen.
Siesmayer, dem 1996 die Rose 'Heinrich
Siesmayer' gewidmet wurde, gilt als der Schöpfer des Frankfurter
Palmengartens, dessen erster Direktor er war.
Palmengarten Frankfurt
Gegründet wurde der Palmengarten 1868 durch
den von ihm angeregten "Verein zur Förderung des öffentlichen
Verkehrslebens" Frankfurter Bürger. Am 6. Mai 1868 bildete sich ein
"Komitee zum Erwerb des Biebricher Wintergarten". Dieser Tag wurde zum
Gründungstag des Frankfurter Palmengartens. Eine Aktiengesellschaft
wurde gegründet und der Wintergarten entwickelte sich zum Palmengarten.,
die die berühmte Pflanzensammlung des Herzogs Adolph von Nassau erwarb.
Der Herzog hatte seine Gewächshäuser und Wintergärten verkauft,
als er seine Residenz in Wiesbaden-Biebrich aufgab. Zur Vorbereitung für
das neue große Projekt bereiste Heinrich Siesmayer mit den anderen
Herren des Planungsausschusses Frankreich, Belgien und England. Auf einem
von der Stadt Frankfurt überlassenen Gelände gestaltete Siesmayer
den Garten 1869 als Englischen Landschaftsgarten. Der Palmengarten – auf
diesen Namen hat man sich rasch geeinigt – wird 1871, kurz nach Beendigung
des Deutsch/Französischen Krieges, von Kronprinz
Friedrich feierlich auf einem Gelände an der Bockenheimer Landstraße
eröffnet. Zu dieser Zeit war der Zentralbau des Palmengartens, das
gewaltige Palmenhaus, bereits seit 2 Jahren vollendet. Der verlustreiche
Erste Weltkrieg, die Hungerjahre der Nachkriegszeit, die Inflation führt
die Aktiengesellschaft finanziell zum Ruin, so daß die Stadt Frankfurt
sich 1931 schließlich gezwungen sieht, den Palmengarten in städtischen
Besitz zu überführen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Glasdächer
im Garten zerstört. Zwischen 1945 und 1948 blieb der Palmengarten
den amerikanischen Besatzungstruppen vorbehalten und erst 1953 dann wieder
in städtische Verwaltung zurückgegeben. 1957 wurde der Haupteingang
an die nach ihm benannten Siesmayerstraße verlegt, 1972 der
Palmen-Express in Betrieb genommen. 1992 endeten die Umbauten und der Palmengarten
(heute im Stadtteil Westend-Süd gelegen, mit 29 ha der größte
Garten seiner Art in Deutschland) erstrahlte im neuen Glanz. Er gehört
zu den meist besuchten Gärten Europas; direkt neben dem Gelände
schließt sich der Botanische Garten Frankfurt an.
Weitere Aktivitäten in Frankfurt und Umgebung:
1859 wurde im Rahmen der Ufererweiterung der
„Kleine Main” in Frankfurt zugeschüttet und dort das Nizza
am Rhein gärtnerisch von Siesmayer angelegt. Dort pflanzte er
als erster exotische und mediterrane Pflanzen an: von Zitronenbäumen
über Sequoia und Ginkgo bis hin zu Palmen. Noch heute ist das Nizza
der einzige Ort in Frankfurt, an dem Palmen ganzjährig wachsen und
gedeihen können, ohne das eine winterliche Auslagerung in eine Orangerie
notwendig ist. Auch dem Grünbergpark
gab er sein Gesicht.
Der Kurfürstenplatz in
Bockenheim war ein Sumpfgebiet, dass von den Gebrüder Siesmayer 1868
unentgeltlich trockengelegt und gärtnerisch bepflanzt wurde . Sie
legten auch den Friedhof in der Ginnheimer Landstrassse in Frankfurt an.
Für die Gestaltung des Bad
Nauheimer Kurparks wurde Siesmayer zum Bad Nauheimer Ehrenbürger
und zugleich zum Hofgarteningenieur und Hoflieferanten der hessischen Grossherzöge
ernannt.
Der Luisenpark
in Mannheim wurde von 1892 bis 1903 in seinen ersten Bauabschnitten von
den Gebrüdern Siesmayer aus Frankfurt angelegt; für den Kurpark
in Bad Schwalbach legte Siesmayer Entwürfe vor.
Dr. Heinrich von Brunck, Vorstandsvorsitzender
der BASF, beauftragte die Gebrüder mit der Planung und Ausführung
seines Schlossparks
in Kirchheimbolanden, immer noch eines der schönsten Naturgärten
Südwestdeutschlands.
1913 ließ die Stadt Bad Homburg von
Siesmayer die an die Kuranlagen angrenzenden Audenwiesen in einen Park
verwandeln, der - aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums
Kaiser Wilhelms II. "Jubiläumspark"
genannt wurde; den Kurpark pflegte seine Firma über Jahrzehnte.
Siesmayer war aber nicht nur in Frankfurt und
seiner Umgebung tätig:
Der Garten des Offiziersheim S. M. des deutschen
Kaisers (1909-1917), das heutige Kempinsky
Hotel in Falkenstein / Taunus wurde von ihm gestaltet und ist
inzwischen nach seinen ursprünglichen Plänen restauriert worden.
Er pflegte den Kurpark von Wiesbaden, gestaltete
den Stadtpark
Mainz den Kurpark
Bad Orb, , den Park
der Villa Rothschild in Königstein, den Garten der Villa Mumm
an der Falkensteiner Straße in Kronberg und den Bergpark
der „Villa Anna“ in Eppstein (PDF-Datei), der 2004 nach Jahren der
Abgeschlossenheit wieder der Bevölkerung zugänglich gemacht wurde.
Der im Stil einer italienischen Villa für
die Mainzer Familie Lauteren gebaute Mathildenhof in Nierstein hat einen
von Heinrich Siesmayer in den 1860er Jahren angelegten Zier- und Nutzgarten
("Heylscher Garten")
der zur Zeit rekonstruiert wird.
Für die Planung des Gartens
im Wuppertaler Zoo war Siesmayer ebenfalls verantwortlich - hier diente
ihm Hagenbecks Tierprk in Hamburg als Vorbild.
Der von ihm gestaltete Rodheimer Park (heute
Gail'schen
Park) in Biebertal bei Giessen ist im wesentlichen unverändert
erhalten geblieben. Erhalten ist auch der 1878 von Siesmayer angelegte
Bockenheimer Friedhof, auf dem der Landschaftsgärtner dann selbst
beigesetzt wurde.
Ein Gedenkstein zu Ehren Siesmayers befindet
sich in Frankfurt-Goldstein (Rose 'Goldstein')
Buchtipps:
Franz Heinrich Siesmayer - Lebenserinnerungen - hrsg. von Thorsten Reuter und Peter Althainz BOD 2007
Siesmayers Gärten - Auf Siesmayers Spuren in der Kulturregion von Barbara Vogt 112 S.Societäts-Verlag 2009
Linktipps:
Franz
Heinrich Siesmayer Architekt der blühenden Landschaften Von Mechthild
Harting
Informationssammlung
Gebrüder Siesmayer
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Aktualisiert am 20.07.2010
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