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Hannelore "Loki" Schmidt, geb. Glaser stammt aus
ärmlichen Verhältnissen. Mit 10 Jahren trifft sie auf der Lichtwarkschule
(benannt nach dem bedeutendsten frühen Reformpädagogen aus der
sogenannten Kunsterziehungsbewegung,) , einer der wenigen Reformschulen
des höheren Schulwesens in der Weimarer Republik, auf ihren späteren
Mann Helmut Schmidt (1918). Nach dem Abitur absolvierte Loki Schmidt in
ihrer Heimatstadt ein pädagogisches Studium. Ihr eigentlicher Berufswunsch,
Biologin zu werden, scheiterte an den Studiengebühren. Von 1940 bis
1972 war sie an Hamburger Volks- und Realschulen als Lehrerin tätig.1942
heirate sie ihren ehemaligen Klassenkameraden Helmut Schmidt und verdiente
eine Zeitlang das Geld, damit er studieren konnte Aus der Ehe gingen zwei
Kinder hervor. Sohn Helmut Walter (26. Juni 1944) verstarb noch vor seinem
ersten Geburtstag (Februar 1945, wahrscheinlich an Meningitis), Tochter
Susanne wurde 1947 geboren; außerdem hatte sie noch sechs Fehlgeburten.
Zwischen 1974 und 1982, den Jahren der Kanzlerschaft ihres Mannes, nahm sie protokollarische Aufgaben wahr und baute sich ein eigenes Betätigungsfeld auf, den Pflanzenschutz. Natürlich haben mich bedrohte Pflanzen schon lange vorher interessiert. Nur wer hört auf eine kleine Lehrerin mit Namen Schmidt auch noch von Hamburg aus? Kein Mensch. Ich habe ja in der Bonner Zeit, wie soll ich sagen, das Amt meines Mannes ein bisschen ausgenutzt, um Gehör zu finden. Anfangs noch belächelt, dann aber mit beachtlichem Erfolg, hat sich die naturwissenschaftliche Autodidaktin weltweit für den Artenschutz engagiert: Auf ihre Initiative gehen zahlreiche Stiftungsaktivitäten für den Naturschutz zurück. Sie begleitete sie auf eigene Kosten verschiedene Forschungsreisen von Wissenschaftlern, zumeist der Max-Planck-Gesellschaft, beispielsweise zum Nakuru-See nach Kenia, auf die Galapagos-Inseln, nach Ecuador, Malaysia, Nordborneo oder Brasilien. Auch nach dieser Zeit bis in die 90er Jahre hinein unternahm sie umfangreiche Auslandsreisen zum Studium der Pflanzenwelt und der Natur allgemein. 1985 entdeckte sie bei einer Reise nach Mexiko eine noch nicht beschriebene Bromelie, die dann von den Bromelienfachleuten Prof. Dr. Werner Rauh und Prof. Dr. Wilhelm Barthlott den Namen Pitcairnia loki-schmidtiae bekam. In Anerkennung ihres internationalen Engagements zum Schutz der Pflanzenwelt wurde auch die Springkrautart Impatiens aus Madagaskar nah ihr benannt: Impatiens loki-schmidtiae. Eine Orchideen-Hybride des Orchideenzüchter Karges in Dahlenburg ist bei der königlichen Gartenbaugesellschaft in London als „Doriella Loki Schmidt“ registriert. Außerdem gibt es eine Dahlie ihres Namens, die aber eher als Ehre für die Kanzlergattin anzusehen ist. Seit den siebziger Jahren setzt sie sich für
die Botanischen Gärten ein als wichtige Institutionen zur Erforschung
und Erhaltung biologischer Vielfalt und als Standorte zur Kommunikation
der ethischen Verantwortung des Menschen für den Erhalt des Naturerbes.
Zu Beginn der achtziger Jahre startete sie eine Initiative, Samen von Wildpflanzen
zu sammeln und in einer Genbank zu hinterlegen.Im Rahmen ihres Engagements
für die Botanischen Gärten initiierte sie im Jahr 1986 den internationalen
Gärtnertausch, der zunächst von der Stiftung Natur und Pflanzen
betreut und seit kurzem durch eine eigene Stiftung finanziert wird (Stiftung
Internationaler Gärtnertausch). Hierin sind gegenwärtig die
Botanischen Gärten in Hamburg, Jerusalem (Israel), Sankt Petersburg
(Russland), Mérida (Venezuela), Göteborg (Schweden) und Mexico
City miteinander verbunden, zwischen denen bisher weit über 50 gegenseitige
Arbeitsaufenthalte von Gärtnern durchgeführt wurden. In Anerkennung
dieses Engagements verlieh die Russische Akademie der Wissenschaften in
Sankt Petersburg Loki Schmidt 1997 die Ehrendoktorwürde für ihre
Förderung der Botanik und der Bildung.
1976 gründete Loki Schmidt die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen. Der jährlich erscheinende Kalender, ebenfalls ihre Idee, diente und dient heute noch der Förderung des Bekanntheitsgrades der Stiftung und der Einwerbung von Spenden. Ebenfalls um Gelder hereinzubekommen, schuf sie die Wandteller "Geschützte Pflanzen", die bei der Porzellanmanufaktur Rosenthal hergestellt wurden.Um den Schutz der bedrohten Pflanzenarten zu unterstützen, hat der Heidelberger Künstler Carl-Alois Sambale für die Majolika Keramik Manufaktur Karlsruhe eine exklusive und limitierte Kunst-Weinkühler-Edition angefertigt und mit den "Preisträgerinnen" verziert. Als am 14. Oktober 2004 die Blume des Jahres 2005 präsentiert wurde, weilten der Künstler Alois Sambale und die Leiterin der Majolika Galerie Martina Bayne in Hamburg und überreichten gemeinsam exklusiv den Weinkühler 2005 an Loki Schmidt. Die Idee, diejenigen, die dazu beitragen, gefährdete
Pflanzen zu schützen, mit einer Silberpflanze zu würdigen, hatten
Loki Schmidt und der Hamburger Industrielle Dr. Kurt A. Körber. Seit
1977 verleiht Frau Loki Schmidt auf Empfehlung der Stiftung die 25 Zentimeter
große Plastik des Hamburger Künstlers Helmut Koniarsky
- eine stilisierte Pflanze aus reinem Silber- an Einzelpersonen,
Gruppen oder Institutionen, die sich um die Erhaltung gefährdeter
Pflanzen und gefährdeter Biotope besonders verdient gemacht haben.Als
Symbol für den Schutz unserer Pflanzenwelt schuf der. Die "Silberpflanze"
ist bei Pflanzenschützern und umweltbewussten Bürgern eine begehrte
Auszeichnung.
Bereits lange vor der Internationalen Umweltkonferenz in Rio de Janeiro (1992) hat Hannelore Schmidt wissenschaftliche Schutzkonzepte für gefährdete Pflanzen und ganze Ökosysteme gefordert. Ihre vorausschauende wissenschaftliche Aktivität ist besonders deutlich auch in dem vor ihr betreuten, bereits vor mehr als 20 Jahren eingerichteten 6,5 Hektar umfassenden Naturschutzbeobachtungsgebiet am Brahmsee in Schleswig-Holstein dokumentiert. Seit 1980 stellt sie jeden Herbst die "Blume des Jahres" vor, seltene und gefährdete Pflanzen, deren Lebensräume bedroht sind. Inzwischen gibt es etliche Nachfolger: Schmetterling des Jahres, Vogel des Jahres, Flusslandschaft des Jahre, Giftpflanze des Jahres, Gefährdete Nutztierrasse des Jahres, Spinne des Jahres usw. usw. - unter dem Schutzmantel des Naturschutzbundes. oder des Kuratoriums Baum des Jahres Nach 1982 bekam sie eine Auszeichnung nach der anderen. Zu ihrem 80. Geburtstag erhielt sie 1999 für ihre Verdienste um den Pflanzen- und Naturschutz von der Universität Hamburg den Professorentitel, am 6. Juli 2000 wird ihr eine zweite Auszeichnung der Universität Hamburg zuteil.Der Fachbereich Biologie erteilt ihr den Grad eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber. 2005 hat sich Loki Schmidt, Ehefrau des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, in die aktuelle Bildungsdebatte eingemischt. "Mein Leben für die Schule" lautet der Titel ihres soeben erschienenen Buches, in dem sie über ihre Erfahrungen als Lehrerin, die Konsequenzen aus PISA und die Grenzen der Pädagogik schreibt. Im Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Reiner Lehberger, mit dem sie seit vielen Jahren in Schulprojekten zusammenarbeitet, analysiert Loki Schmidt nicht nur tiefenscharf unser Bildungselend, sondern reflektiert auch ihre eigene Schulzeit, als sie und Helmut sich als Pennäler kennen lernten. Damit knüpft sie an ihre viel beachtete Autobiografie "Loki - Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben" an. Loki Schmidt ist immer noch aktiv, jüngstes
Beispiel im Jahr 2006:
"Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit hat sie mehr für die Botanik bewirkt als so manches Dutzend Biologieprofessoren" (Die Zeit 1999). |
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