Mit Musik... | Sitemap | Suchen | Gartenforum | Gartenblog | Kontakt | Persönliches | Sitemap | Altmann | Benary | Besler | Bougainville | Busch | Capek | Chamisso | Dahl | Darwin | Fish | Foerster | Fuchs | Goethe | Hesse | Hildegard von Bingen | Humboldt L`Aigle | Jekyll | Lenné | Linne | Le Notre | Liebermann | Linné | Mendel | Merian | Paracelsus | Paxton | Pückler-Muskau | Schiller | Schmidt | Schreber | Siesmayer | weitere |
|
Die Mutter, Naturforscherin, Malerin, Stecherin, Reisende, Pionierin,
Unternehmerin, Begründerin der Insektenforschung hat ihren
Platz in der Kunstgeschichte wie in der Geschichte der Botanik und Zoologie,
denn ihr Mut, in einer Epoche, in der Naturforschung nahezu ausschließlich
von Männern betrieben wurde, die Flora und Fauna Mittelamerikas in
ihrer Artenvielfalt zu erforschen und bildhaft in ihren Kupferstichen zu
dokumentieren, war beispielhaft. Das Sammeln, Aufziehen und künstlerische
Dokumentieren von Raupen wurde der Tochter des berühmten Kupferstechers
Matthäus Merian d. Ä. zum Lebensinhalt. Ihr Vater prophezeite
seiner damals dreijährigen Tochter angeblich auf dem Sterbebett, das
der Name Merian durch sie nie vergessen werden würde.
Bereits im Alter von 13 Jahren interessierte sie sich für die
heimische Insekten- und Pflanzenwelt. Sie war die erste Naturwissenschaftlerin,
die erkannte, dass Insekten Entwicklungsstufen durchlaufen; dabei faszinierte
sie besonders die Metamorphose der Raupen zum Schmetterling.
In zweiter Ehe ehelichte sie den Maler Johann Andreas Graff, brachte zwei Töchter zur Welt. 1680 erschienen zwei Bücher mit Kupferstichen: das "Neue Blumenbuch" und "Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung". Auch die zweite Ehe endete 1685 durch Scheidung (nahezu unvorstellbar
in dieser Zeit), was ihr die Gelegenheit und wahrscheinlich auch die nötige
Freiheit zu einer ausgedehnte Forschungsreise gab, denn den Höhepunkt
ihres Lebens bildete die abenteuerliche Schiffsreise in das ferne und exotische
Surinam (Niederländisch-Guayana). Diese Reise kam durch Kontakte
ihrer ältesten Tochter zustande, die mit Jacob Herold verheiratet
war, der Geschäftsbeziehungen mit der holländischen Kolonie in
Surinam (Südamerika) unterhielt. 1699 - immerhin schon 52 Jahre alt
- reiste sie zusammen mit ihrer jüngsten Tochter ab. Sie
widmete sich dort zwei Jahre, wie stets in ihrem Leben, mit großer
Leidenschaft, der Welt der Pflanzen und Insekten. Dann zwang sie eine Malaria-Erkrankung
zur Rückkehr.
Auf dem 500-DM-Geldschein war sie abgebildet. Heute, wo die Erforschung und Beschreibung der Artenvielfalt auf unserer Erde fast nicht mehr Schritt halten kann mit ihrer Zerstörung, ist das Werk von Maria Sibylla Merian aktueller denn je, denn viele der Blumen und Tiere, die sie in ihren Werken porträtierte, drohen von der Erde zu verschwinden. |
© Text und Design 1999-2010: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger | URL: http://www.garten-literatur.de