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Merian, Anna Maria Sybilla (2.4.1647-1717) - Naturforscherin

Die Mutter, Naturforscherin, Malerin, Stecherin, Reisende, Pionierin, Unternehmerin, Begründerin der Insektenforschung hat ihren Platz in der Kunstgeschichte wie in der Geschichte der Botanik und Zoologie, denn ihr Mut, in einer Epoche, in der Naturforschung nahezu ausschließlich von Männern betrieben wurde, die Flora und Fauna Mittelamerikas in ihrer Artenvielfalt zu erforschen und bildhaft in ihren Kupferstichen zu dokumentieren, war beispielhaft. Das Sammeln, Aufziehen und künstlerische Dokumentieren von Raupen wurde der Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian d. Ä. zum Lebensinhalt. Ihr Vater prophezeite seiner damals dreijährigen Tochter angeblich auf dem Sterbebett, das der Name Merian durch sie nie vergessen werden würde. 

Bereits im Alter von 13 Jahren interessierte sie sich für die heimische Insekten- und Pflanzenwelt. Sie war die erste Naturwissenschaftlerin, die erkannte, dass Insekten Entwicklungsstufen durchlaufen; dabei faszinierte sie besonders die Metamorphose der Raupen zum Schmetterling.
Das Zeichnen und Kupferstechen erlernte sie bei ihrem niederländischen Stiefvater, den die Mutter 1651 heiratete. 

In zweiter Ehe ehelichte sie den Maler Johann Andreas Graff, brachte zwei Töchter zur Welt. 

1680 erschienen zwei Bücher mit Kupferstichen: das "Neue Blumenbuch" und "Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung". 

Auch die zweite Ehe endete 1685 durch Scheidung (nahezu unvorstellbar in dieser Zeit), was ihr die Gelegenheit und wahrscheinlich auch die nötige Freiheit zu einer ausgedehnte Forschungsreise gab, denn den Höhepunkt ihres Lebens bildete die abenteuerliche Schiffsreise in das ferne und exotische Surinam (Niederländisch-Guayana). Diese Reise kam durch Kontakte ihrer ältesten Tochter zustande, die mit Jacob Herold verheiratet war, der Geschäftsbeziehungen mit der holländischen Kolonie in Surinam (Südamerika) unterhielt. 1699 - immerhin schon 52 Jahre alt - reiste sie zusammen mit ihrer jüngsten Tochter ab.  Sie widmete sich dort zwei Jahre, wie stets in ihrem Leben, mit großer Leidenschaft, der Welt der Pflanzen und Insekten. Dann zwang sie eine Malaria-Erkrankung zur Rückkehr. 
Trotz eines 1711 erlittenen Schlaganfalls arbeitete sie noch sechs weitere Jahre an den prächtigen Darstellungen über die Tier- und Pflanzenwelt Surinams (erschienen in dem Buch: "Die Metamorphose der Surinamischen Insekten"), bevor sie am 13. Januar 1717 in Amsterdam starb. 

Auf dem 500-DM-Geldschein war sie abgebildet. 

Heute, wo die Erforschung und Beschreibung der Artenvielfalt auf unserer Erde fast nicht mehr Schritt halten kann mit ihrer Zerstörung, ist das Werk von Maria Sibylla Merian aktueller denn je, denn viele der Blumen und Tiere, die sie in ihren Werken porträtierte, drohen von der Erde zu verschwinden.

Buchtipps Maria Sybilla Merian

Links:

Leben und Werk 
Artikel der Rhein-Zeitung (mit Bild: Weinrebe)
Facharbeit aus dem Leistungskurs Biologie: Maria Sybilla Merian

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