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(17.1.1501-1566)| In Wemding /Schwaben geboren, studierte er
an der Marienschule in Erfurt und wurde 1526 Professor an der Universität
von Ingolstadt, an der er 1524 zum Doktor der Medizin promoviert hatte.
Später als Leibarzt des Markgrafen Georg von Brandenburg in Ansbach
studierte er die Schriften von Hippokrates, Dioskurides und Galen.
An der Universität in Tübingen wirkte er als Professor von 1535-1566
und reformierte in dieser Zeit den gesamten Lehrbetrieb. Er bestand darauf,
nach den Originalschriften der antiken Mediziner zu arbeiten statt nach
den teilweise verfälschenden Übersetzungen ins Arabische.
Fuchs war der erste Hochschullehrer der Universität,
der für die angehenden Ärzte botanische Exkursionen anbot. Er
führte die Studien am Objekt und Standort ("Statt irer wachsung")
ein, während es zuvor nur Vorlesungen im engsten Sinne des Wortes
gab. Auch legte er einen der ersten botanischen Gärten in Deutschland
an. Er zählt neben Bock und Brunfels zu den 3 sogenannten "Vätern
der Botanik".
Er hatte die von den "alten Griechen" empfohlenen Heilpflanzen in der hiesigen Flora zu finden versucht und schuf dabei durch den peniblen Vergleich von Pflanzen verschiedener Standorte die Grundlage der heutigen Botanik als Wissenschaft. Fuchs verwendete zwar noch nicht Begriffe wie Art, Gattung oder Familie, doch war er sich im Klaren über die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen ähnlich aussehenden Pflanzen. Es läßt sich heute nachweisen, daß der berühmte Schöpfer der botanischen Systematik, Carl von Linné in vielen Fällen die von Fuchs gewählten Namen übernommen hat. Illustriert war sein Kräuterbuch, das somit vor allem die damalige Flora rund um Tübingen darstellt, mit 512 meisterhaften Holzschnitten. Als eines der frühesten gedruckten Bücher enthält es die Porträts der Illustratoren (Heinrich Füllmauer und Albert Meyer [Zeichner], Veit Rudolph Speckle [Holzschneider]). Die Bilder bestechen vor allem durch die Exaktheit der Wiedergabe, wenn man bedenkt, daß den Künstlern und Wissenschaftlern der damaligen Zeit ja keine Sehhilfen wie etwa Lupen zur Verfügung standen. Michael Isengrin aus Basel brachte es heraus; damals waren die Basler Antiqua- und Antiquakursivtypen in ganz Europa verbreitet, sogar in Italien, der Heimat dieser Schriften. Leonhart Fuchs verfasste noch über 50 Bücher und Streitschriften. Er starb in Tübingen am 10. Mai 1566. Nach Fuchs ist die südamerikanische Onagraceen-Gattung Fuchsia benannt; entdeckt 1696/97 auf Santo Domingo in der Karibik durch den französischen Naturwissenschaftler Pater Charles Plumier. Dem Brauch der damaligen Zeit folgend, benannte er die reizvolle Pflanze nach einem berühmten Botaniker und veröffentlichte im Jahre 1703 die erste Beschreibung bzw. Zeichnung der "Fuchsia triphylla, flore coccineo". Fuchsienblüten schmücken die Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Wemding im Nördlinger Ries. Er starb am 10 Mai 1566. in Tübingen. Die Deutsche Post hat eine Briefmarke zum Gedenken zum 500. Geburtstag herausgegeben mit einer Abbildung des Indianischen Pfeffers aus dem Buch. Diese Paprika-Pflanze, die er als "Chalechutischer Pfeffer" aufführt, ist eines der Beispiele, an denen sich nachvollziehen läßt, welche Pflanzenarten aus Mittel- und Südamerika bereits ihren Weg nach Mitteleuropa gefunden hatten. Buchtipps:
Leonhart Fuchs (1501-1566), zu dessen Ehren die Gattung Fuchsia ihren Namen trägt, mit seinen in vielen Sprachen erschienenen Kräuterbüchern neben Otto Brunfels und Hieronymus Bock als einer der drei "Väter der Botanik" bezeichnet, feierte in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag. Sein "New Kreüterbuch" oder "New Kreuterbuch“ erschien 1542 in lateinischer Sprache (De historia stirpium commentarii", übersetzt "Kommentare zur Geschichte der Pflanzen"), die erste deutsche Übersetzung 1543. Dieses klassische Werk der botanischen Literatur enthielt eine systematische Darstellung von rund 400 Wildgewächsen und über 100 Nutz- und Zierpflanzen, zum ersten Mal methodisch beschrieben - mit der Berücksichtigung des Standortes, mit botanischen Beschreibungen, Blütezeiten und medizinischen Verwendungsmöglichkeiten ("Krafft und Würckung"). Illustriert war das Kräuterbuch, das somit vor allem die damalige Flora rund um Tübingen darstellt, mit 512 meisterhaften Holzschnitten. Als eines der frühesten gedruckten Bücher enthielt es auch die Porträts der Illustratoren. Die Bilder bestechen heute noch vor allem durch die Exaktheit der Wiedergabe, wenn man bedenkt, daß den Künstlern und Wissenschaftlern der damaligen Zeit ja keine Sehhilfen wie etwa Lupen zur Verfügung standen. Die Autoren dieses Buches, das sich mit den Kräuterzeichnungen von Fuchs befaßt, sind Apotheker und widmen sich seit vielen Jahren der Kräuterliteratur. Durch Vergleiche der Bilder mit veröffentlichten Holzschnittabbildungen in Kräuterbüchern anderer Autoren und getrockneten Pflanzensammlungen konnten neue Bildvorlagen für die Handschrift ausgemacht werden und erstmals war es möglich, anhand der Signaturen und der Malstile der bekannten Künstler Füllmaurer, Meyer, Ziegler und Speckle alle Aquarelle zuzuschreiben und so ihre Entstehungszeit einzuengen; dem Leben der vier Künstler widmen sich einzelne Kapitel. Das Buch enthält eine komplette Bestimmung der über 1500 Pflanzenaquarelle der Fuchs`schen Kräuterbuchhandschrift sowie verkleinerte Schwarzweißabbildungen dieser Bilder; hierzu wurden Werke u. a. von Linne, Willdenow , Sprengel und Marzell herangezogen. Ausführungen zur Entstehung der Handschrift und zu ihrem weiteren Schicksal sowie zu der Geschichte der Gärten, aus denen die Pflanzen stammen, schließen sich an. 32 Farbseiten von den Vorzeichnungen der Wiener Handschrift und des Fuchs`schen Handexemplares der deutschen Kräuterbuchausgabe von 1543 tragen zu einer ausgewählten Illustrierung bei. Das umfangreiche Vorwort der lateinischen Kräuterbuchausgabe von 1542 und die Hizlersche Leichenrede (erstmals in dt. Sprache), runden das Werk ab. Ein "Schau-und Lesebuch" für Nichtbotaniker und Pflanzenliebhaber, ist es vor allem auch ein für Botaniker wichtiges Grundlagenwerk. LinksBotanischer Garten - Tübingen Englische Biographie Die Orchideen des Leonhart Fuchs Onlineversion: Leonhart Fuchs "Primi de stirpium historia..." (1545) |
© Text und Design 1999-2010: Maria Mail-Brandt | © Musik: B. Krueger | URL: http://www.garten-literatur.de